Ansiedlung von Störchen

Das Foto zeigt den Horst in Malsfeld, mitten im Lebensraum brütet hier ein Storchenpaar – Natur die wir erhalten müssen

Anforderungen an den Standort:

  • Feuchtgebiete in Horstnähe, d.h. Sichtweite, so dass der Horst schnell wieder erreicht wird um Angreifer abzuwehren und trotzdem eine Nahrungssuche möglich ist. Ein Gartenteich ist eine gute Wasserquelle, ein Feuchtgebiet kann er nicht ersetzen
  • Grünland in Horstnähe , d.h. ausreichender Lebensraum für ein Storchenpaar und seinen Nachwuchs
  • freier Anflug, auch bei Sturm, ohne “Zivilisationsgefahren” wie Straßen, Bahngleise, Oberleitungen, dicht besiedeltes Gebiet
  • Mindesthöhe von 7-8 m

Der Storch ist ein Kolonienbrüter, zumindest hatte er früher damit Erfolg und deshalb ist dieses Verhalten zutiefst verwurzelt. Er sucht nach Artgenossen und so wurde in Wabern im Jahr 2004 der erste und einzige Naturhorst gebaut. Ein Storchenpaar hatte sich den Spänebunker Blecher dafür ausgesucht und schuf dort ein wahres Bauwerk, dass jedes Jahr ausgebaut wird und an Attraktivität nicht zu überbieten ist. Das Storchenpaar in den Ederauen Wabern hat sie sicher überzeugt sich hier niederzulassen.

Wir wollen uns Natur erhalten und uns weiter an den Störchen erfreuen können.  Gerade deshalb haben wir uns dazu entschlossen diesen Hinweis zur Ansiedlung zu veröffentlichen, wissend, dass wir uns damit auch “unbeliebt” machen. Doch darum geht es nicht.

Wir stehen jederzeit für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Melden Sie sich gerne bei uns, die Kontaktdaten finden Sie im Impressum.


So ein bisschen mehr Storch wollen wir aber haben …?

Worte, die wir schon öfter gehört haben, die uns traurig machen und im Resultat dem Weißstorch sehr schaden.

Doch man hört sie selbst von “Storchenfreunden”.

Storchenparadies
“Hoch von seinem Horst auf dem alten Bauernhaus überblickt Adebar eine vielgestaltige Landschaft: zum Altarm des Flußes hin stehen betagte, knorrige Eichen, mit kleineren Gehölzgruppen und Weidenbüschen dazwischen. Auf der anderen Seite erstreckt sich über viele Kilometer eine grüne Niederung, auf der hier und dort ausgedehnte, wassergefülte Senken silbern schimmern.” (Schulz, 1993) So wird in dem Buch Der Weißstorch. Lebensweise und Schutz ein Paradies des Storches beschrieben.

Wo stehen die Horste in Wabern und dem Kreis? Hier geht es zum Lageplan, punktverortet https://stoerche-wabern.bplaced.net/lageplan-der-horste-im-schwalm-eder-kreis/


Dieser Hinweis bezieht sich auch nicht nur auf die Situation in Wabern, das Aufstellen von künstlichen Nisthilfen muss überall sehr verantwortungsvoll geplant werden, in Absprache mit der Naturschutzbehörde oder in Zusammenarbeit mit Experten des Naturschutzbundes NABU oder der HGON, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, deren Mitglieder wir sind.

Wie ungeeignet der Lebensraum innerorts ist, sollten diese Zahlen verdeutlichen: Nein es ist kein gehäufter Zufall, es ist die Realität. Unsere Ortschaften – Straßenverkehr, Bahnverkehr, dichte Besiedlung, fehlender Lebensraum für Störche – sind denkbar ungeeignet für eine künstliche Ansiedlung.

Verluste in Wabern innerorts seit der Entstehung einer Kolonie:

von 2016 bis 2019: 3 erfahrene langjährige Brutstörche, alle tödlich verunfallt, in Horstnähe.

Nahrungsmangel:

er hat zur Folge, dass zahlreiche oder gar alle Jungstörche verhungern und bei Trockenheit auch Altstörche in Not geraten, wenn sie in zu großer Anzahl ansässig sind. Uns fehlen die Feuchtgebiete, überschwemmte Wiesen sind Lebensraum für den Weißstorch.

Es gibt in Deutschland

  • nur noch wenige, meist kleinere Feuchtgebiete
  • keine offenen Deponien mehr
  • es gibt so gut wie kein Grünland/Wiesen in vielen Gegenden
  • die Landwirtschaft ist zum Teil nicht mehr nur intensiv sondern schon exzessiv genutzt, das bearbeitete Land bietet keinem Tier mehr Nahrung; Mäuse werden auf den Feldern vergiftet
  • vorhandenen Weiher, Teiche werden durch den Menschen/Freizeitnutzung belegt
  • innerorts ist eine Ansiedlung aufgrund von Strassenverkehr und anderer Gefahren, sowie wegen fehlender Lebensräume im Horstbereich kein geeigneter Standort

In geeignetem Lebensraum werden bei den Störchen meist 3-4, manchmal gar 5 Jungstörche groß. Heute sind es in Deutschland im Durchschnitt gerade mal 2 Jungstörche.

Die Zahlen der flüggen Jungstörche in Horsten die einzeln mitten im geeigneten Lebensraum aufgestellt werden bestätigen diese Ausführungen. Hier werden im Durchschnitt 3-4 Jungstörche flügge. Wir geben Ihnen dazu gerne weitere Informationen, kontaktieren Sie uns bei Fragen und helfen Sie uns bitte, den Weißstorch zu schützen.

Kunsthorste in denen über viele Jahre nur 1 Jungstorch oder gar keiner flügge wird, zeigen wohl auf, dass der Lebensraum überbelegt ist.

Nahrungsbedarf der Störche

Die Altstörche benötigen für sich mindestens 500g -1000g pro Tag, je nachdem wie aktiv sie sind.  Für jeden Jungstorch im Horst müssen sie bis zu 1,5 kg pro Tag erbeuten über einen sehr langen Zeitraum.  Die Nahrung besteht aus Würmern, Heuschrecken, Mäusen, Fröschen und anderem Kleingetier.

Ist es zur Schlupfzeit in Wabern trocken, das ist die Regel,  beginnt bereits die erste Not. Selbst die Altstörche geraten bei anhaltender Trockenheit in Not, auch wenn sie noch keinen Nachwuchs zu versorgen haben. Woher Regenwürmer nehmen, es ist kein Feuchtgebiet vorhanden. Lediglich dem Storchenpaar in den Ederauen steht dafür ein kleines Gebiet zur Verfügung, dem Horst Wabern II eine kleine Fläche an der Schwalm und die Teiche der Zuckerfabrik.

Für 2 Paare mag das gerade so reichen, normale Verluste eingerechnet. Bevor man dann mit anschaut, wie der gesamte Nachwuchs nach und nach verhungert – wir sprechen hier aus leidvoller Erfahrung – wird zugefüttert. Eine Hilfe für die Jungstörche aber keine Lösung für das Problem.


Helfen Sie uns dabei den Störchen zu helfen, weniger – bedeutet Leben!