Ansiedlung von Störchen

Das Foto zeigt den Horst in Malsfeld, mitten im Lebensraum brütet hier ein Storchenpaar – Natur die wir erhalten müssen

Eine Studie belegt, dass der Bruterfolg des Weißstorches um ein vielfaches höher ist, wenn der Horst mitten im Lebensraum steht. Horste mit Zufütterung wurden hier nicht berücksichtigt.

Es gibt keinen “Drang von Störchen” sich innerorts anzusiedeln, es gibt den Instinkt der Tiere sich dort anzusiedeln wo bereits die Artgenossen brüten. Der Drang den Storch künstlich innerorts anzusiedeln ist anthropogen und dient nach unserer Auffassung und langjährigen Beobachtungen und Erfahrung eher nicht dem Schutz der Weißstörche.

Die beste Möglichkeit Natur zu vermitteln ist doch sich in der Natur aufzuhalten und die beste Art den Weißstorch zu schützen ist eine Ansiedlung im Lebensraum ohne zusätzliche Zivilisationsgefahren und mit größeren Bruterfolgen. 

Ein Bruterfolg ist es nicht, wenn Störche durch Zufütterung ihren Nachwuchs aufziehen können, das ist allenfalls ein Zuchterfolg und fällt nicht unter den Naturschutz!

Der Weißstorch als Kulturfolger

Als Kulturfolger werden Tiere und Pflanzen benannt, die von durch Menschen getätigte (anthropogene) Lebensraumveränderungen profitieren, wie z.B. der Feldbearbeitung und der Rodung.

Storch als Kulturfolger

Der Weißstorch ist ein Bewohner der offenen Landschaften er benötigt extensiv bewirtschaftetes Grünland ebenso wie Flussniederungen, überschwemmte Wiesen, offene Uferbereiche von Gewässern oder auch Sand-und Kiesbänke. All diese Lebensräume stehen nur noch bedingt zur Verfügung, werden aber erfreulicherweise durch Maßnahmen der Naturschutzbehörden in unserem Raum teilweise renaturiert.

Der richtige Standort für den Weißstorchhorst

ist mitten im Lebensraum!

Baumbrut in Ziegenhain

Früher brütete der Weißstorch in Bäumen und auf Felsen. Baumbruten werden heute durchaus wieder angelegt, als Ersatz für die Felsenbrut dient dem Weißstorch heute oftmals der Strommast, Türme oder Schornsteine an exponierten Standorten. Hausdächer waren früher ebenfalls begehrte Nistplätze, auf Scheunen und Dächern gelang den Störchen oftmals der Bau von Horsten die über die Jahre tonnenschwer werden konnten, da der Bau des Horstes jedes Jahr erweitert wird.

Damals war dies für den Storch durchaus ein Gewinn, die feuchten Felder lagen unmittelbar neben den Häusern, es gab Mäuse und anderes Kleingetier ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen. Heute ist die innerörliche Besiedlung unserer Ortschaften und Städte durch den Weißstorch nicht mehr gewinnbringend für ihn, sondern mit vielen Zivilisationsgefahren verbunden, die teilweise gravierende Ausmaße annehmen können. Dies gilt es nach unserer Auffassung bei einer künstlichen Ansiedlung zu beachten, schließlich wollen wir ihm ja helfen.

Gefahr erkannt – – –

Der Überflug in niedriger Höhe endet für den Storch schnell tödlich.

Allenfalls exponierte Standorte in großer Höhe oder am Ortsrand und Rand des Lebensraumes erscheinen noch akzeptabel.

 

Anforderungen an den Standort:

  • Feuchtgebiete in Horstnähe, d.h. Sichtweite, so dass der Horst schnell wieder erreicht wird um Angreifer abzuwehren und trotzdem eine Nahrungssuche möglich ist. Ein Gartenteich ist eine gute Wasserquelle, ein Feuchtgebiet kann er natürlich nicht ersetzen.
  • Grünland in Horstnähe, d.h. ausreichender Lebensraum für ein Storchenpaar und seinen Nachwuchs. Das müssen einige ha sein
  • keine “Zivilisationsgefahren” wie Straßen, Bahngleise oder gar IC Strecken, Oberleitungen, dicht besiedeltes Gebiet
  • Mindesthöhe von 7-8 m, 

 

Der Storch ist ein Kolonienbrüter, zumindest hatte er früher damit Erfolg und deshalb ist dieses Verhalten zutiefst verwurzelt. Er sucht nach Artgenossen und so wurde in Wabern im Jahr 2004 der erste und einzige Naturhorst gebaut. Ein Storchenpaar hatte sich den Spänebunker Blecher dafür ausgesucht und schuf dort ein wahres Bauwerk, dass jedes Jahr ausgebaut wird und an Attraktivität nicht zu überbieten ist. Das Storchenpaar in den Ederauen Wabern hat sie sicher überzeugt sich hier niederzulassen.

Heute hat er Mühe geeigneten Lebensraum zu finden, für mehrere Paare reicht meist die Nahrung nicht aus. Wir stehen jederzeit für Fragen und Beratung bei einer Neuansiedlung zur Verfügung. Melden Sie sich gerne bei uns, die Kontaktdaten finden Sie im Impressum.

So ein bisschen mehr Storch wollen wir aber haben …?

Worte, die wir schon öfter gehört haben, die uns traurig machen und im Resultat dem Weißstorch sehr schaden, denn oft werden die Anforderungen an den Standort zweitrangig beachtet. Mit Naturschutz hat das nichts zu tun.

 

Storchenparadies
“Hoch von seinem Horst auf dem alten Bauernhaus überblickt Adebar eine vielgestaltige Landschaft: zum Altarm des Flußes hin stehen betagte, knorrige Eichen, mit kleineren Gehölzgruppen und Weidenbüschen dazwischen. Auf der anderen Seite erstreckt sich über viele Kilometer eine grüne Niederung, auf der hier und dort ausgedehnte, wassergefülte Senken silbern schimmern.” (Schulz, 1993) So wird in dem Buch Der Weißstorch. Lebensweise und Schutz ein Paradies des Storches beschrieben.

Wo stehen die Horste in Wabern und dem Kreis? Hier geht es zum Lageplan, punktverortet https://stoerche-wabern.bplaced.net/lageplan-der-horste-im-schwalm-eder-kreis/

 

 

 

 

Weißstörche sind Wildvögel

 

Dieser Hinweis bezieht sich auch nicht nur auf den Schwalm-Eder-Kreis, das Aufstellen von künstlichen Nisthilfen muss überall sehr verantwortungsvoll geplant werden, in Absprache mit der Naturschutzbehörde und in Zusammenarbeit mit Experten des Naturschutzbundes NABU oder der HGON, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, deren Mitglieder wir sind.

Wie ungeeignet der Lebensraum innerorts ist, sollten diese Zahlen verdeutlichen: Nein es ist kein gehäufter Zufall, es ist die Realität. Unsere Ortschaften – Straßenverkehr, Bahnverkehr, dichte Besiedlung, fehlender Lebensraum für Störche – sind denkbar ungeeignet für eine künstliche Ansiedlung.

Verluste in Wabern innerorts seit der Entstehung einer Kolonie:

von 2016 bis 2020: 4 erfahrene langjährige Brutstörche, alle tödlich verunfallt, in Horstnähe, 2 davon an der Bahnstrecke. 2 in Nähe ihres 

Nahrungsmangel:

er hat zur Folge, dass zahlreiche oder gar alle Jungstörche verhungern und bei Trockenheit auch Altstörche in Not geraten, wenn sie in zu großer Anzahl ansässig sind. Uns fehlen die Feuchtgebiete, überschwemmte Wiesen sind Lebensraum für den Weißstorch.

Es gibt in Deutschland

  • nur noch wenige, meist kleinere Feuchtgebiete
  • keine offenen Deponien mehr
  • es gibt so gut wie kein Grünland/Wiesen in vielen Gegenden
  • die Landwirtschaft ist zum Teil nicht mehr nur intensiv sondern schon exzessiv genutzt, das bearbeitete Land bietet keinem Tier mehr Nahrung; Mäuse werden auf den Feldern vergiftet
  • vorhandenen Weiher, Teiche werden durch den Menschen/Freizeitnutzung belegt
  • innerorts ist eine Ansiedlung aufgrund von Strassenverkehr, dichter Besiedlung und ggf. weiterer Gefahren, sowie wegen meist fehlender Lebensräume im Horstbereich kein geeigneter Standort

In geeignetem Lebensraum werden bei den Störchen meist 3-4, manchmal gar 5 Jungstörche groß. Heute sind es in Deutschland im Durchschnitt gerade mal 2 Jungstörche. Horste mit Zufütterung sind aus dieser Statistik herauszunehmen.

Die Zahlen der flüggen Jungstörche in Horsten die einzeln mitten im geeigneten Lebensraum aufgestellt werden bestätigen diese Ausführungen. Hier werden im Durchschnitt 3-4 Jungstörche flügge. Wir geben Ihnen dazu gerne weitere Informationen, kontaktieren Sie uns bei Fragen und helfen Sie uns bitte, den Weißstorch zu schützen.

Kunsthorste in denen über viele Jahre nur 1 Jungstorch oder gar keiner flügge wird, zeigen wohl auf, dass der Lebensraum überbelegt ist.

Nahrungsbedarf der Störche

Die Altstörche benötigen für sich mindestens 500g -1000g pro Tag, je nachdem wie aktiv sie sind.  Für jeden Jungstorch im Horst müssen sie bis zu 1,5 kg pro Tag erbeuten über einen sehr langen Zeitraum.  Die Nahrung besteht aus Würmern, Heuschrecken, Mäusen, Fröschen und anderem Kleingetier.

Ist es zur Schlupfzeit in Wabern trocken, das ist die Regel,  beginnt bereits die erste Not. Selbst die Altstörche geraten bei anhaltender Trockenheit in Not, auch wenn sie noch keinen Nachwuchs zu versorgen haben. Woher Regenwürmer nehmen, es ist kein Feuchtgebiet vorhanden. Lediglich dem Storchenpaar in den Ederauen steht dafür ein kleines Gebiet zur Verfügung, dem Horst Wabern II eine kleine Fläche an der Schwalm und die Teiche der Zuckerfabrik.Wollen wir wirklich mit anschauen wie jedes Jahr der Nachwuchs verhungert, oder gar von den eigenen Eltern aus Nahrungsnot attackiert und verletzt oder getötet wird? 

Helfen Sie uns dabei den Störchen zu helfen, weniger – bedeutet Leben!