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Update:

Am 09.01. wurden erstmals wieder 2 Störche beim Horst Wabern III gesichtet. Was dort passiert ist können wir nicht sagen, wir hoffen aber, dass alles wieder in Ordnung ist!

Keine guten Neuigkeiten,

denn kurz nach dem Bericht in der HNA Schwalmstadt, sind es nur mehr 12 Störche die im Schwalm-EderKreis überwintern. Das Schicksal des 13ten Weißstorches ist ungewiss.

Erst kürzlich haben wir auch über die gefährliche Situation in Wabern berichtet, Storchenkämpfe um den Horst Wabern II, Kerstin H. hatte uns diese gemeldet. Nun fehlt seit Sonntag den 03.01., evtl. auch schon seit Samstagnachmittag, ein Storch vom Horst Wabern III. Bis Samstag vormittags konnten die beiden Ciconias in trauter Zweisamkeit beobachtet werden, die Paarbindung ist zu dieser Jahreszeit sehr stark, sie sind so gut wie immer gemeinsam unterwegs oder stehen auf den Horsten. Ebenso das neue Paar Carlos und Pauline, sie sind immer zusammen anzutreffen.

Unsere Sorge gilt in erster Linie den Kämpfen an der Bahnlinie um den Horst Wabern II. Hat jemand etwas gesehen? Dann bitte eine kurze Info an uns per PN oder auch über Handy!

Aber auch freilaufende Hunde sind für Störche immer eine Gefahr. Bitte achtet bei euren Spaziergängen darauf und leint unbedingt die Hunde an, sobald Wildtiere zu sehen sind.

Wenn Störche zu dieser Jahreszeit abziehen, tun das Paare nach unserer Erfahrung gemeinsam. Unfälle im Straßenverkehr werden uns gemeldet.

Welcher Weißstorch von den beiden fehlt, Paco und Marie heißen die zwei, wir können es noch nicht sagen. Paco und Marie brüten seit dem Jahr 2018 gemeinsam auf dem Schornstein in Wabern.

Vielleicht ergibt sich am Wochenende eine Möglichkeit gute Bilder zu machen, am Gefieder lassen sich die beiden schon unterscheiden.

Das Foto wurde vom Handy gemacht, ist eher nur ein Belegfoto.

Nur noch ein Storch

Wir wünschen allen Freunden, Bekannten und Storchenliebhabern ein gesundes glückliches neues Jahr 2021

Was wird es uns bringen?

Nachfolgend eine Geschichte zum Nachdenken

Es liegt allein in Eurer Hand

In einem fernen Ort lebte ein alter weiser Mann. Er war beliebt im ganzen Land. Wann immer einer seiner Mitmenschen Sorgen hatte, ging er zu ihm, um Rat zu holen; denn der alte weise Mann konnte aus einer reichen Lebenserfahrung schöpfen und gab stets guten Rat.

Dies wiederum machte seine Mitbürger neidisch, die selbst gern für klug und weise gehalten worden wären. Sie beschlossen dem alten Mann eine Falle zu stellen. Aber wie? Nach längerem Nachdenken kam man auf folgende Idee:

Man wollte ein winziges Mäuslein fangen, es dem alten Mann in der geschlossenen Hand präsentieren und ihn fragen, was sich in der Hand befinde. Sollte der alte Mann die Frage wider Erwarten richtig beantworten, so würde er mit Sicherheit an einer weiteren Frage scheitern, nämlich der, ob es sich bei dem Mäuslein um ein lebendes oder um ein totes handele. Würde er nämlich sagen, es handele sich um ein lebendes, so könne man die Hand zudrücken und das Mäuslein sei tot. Würde er hingegen sagen, es handele sich um ein totes Mäuschen, so könne man die Hand öffnen und das Mäuschen herumlaufen lassen.

So vorbereitet, erschien man vor dem alten weisen Mann und fragte ihn wie beabsichtigt.

Nach wenigen Überlegungen antwortete der alte weise Mann auf die erste Frage: „Das was ihr in der Hand haltet, kann nur ein winziges Mäuslein sein.“

„Nun gut“, sagten die Neidischen, „da magst du recht haben, aber handelt es sich um ein lebendes oder um ein totes Mäuslein?“ Der alte weise Mann wiegte seinen Kopf eine Weile hin und her, dann schaute er seinen Mitbürgern in die Augen und sagte:

„Ob das, was ihr in der Hand habt, lebt oder tot ist, das liegt allein in eurer Hand.“


Schon wieder ist Weihnachten –

und jedes Mal, wenn ein Leben gerettet werden kann – dann ist für uns Weihnachten.

Wir wünschen euch allen ein besinnliches und glückliches Fest der Liebe.

Wir sagen DANKE an alle alten und neuen Freunde, an alle die uns in diesem Jahr unterstützt haben. Ohne euch wäre das nicht zu schaffen!



Auch nach dem Tod unseres Brutstorches Georges gibt es weiter Storchenkämpfe in Wabern.

Jetzt interessiert sich auch das Storchenpaar vom Horst Wabern III für den Spänebunker Blecher. Sie konnten dort schon Anfang Dezember beobachtet werden.

Kerstin H. meldete sich heute früh telefonisch. Eigentlich hatte sie sich gefreut während des Wartens bei der Firma Greiner in Wabern mal ein paar Minuten die Weißstörche beobachten zu können, doch was sie dort zu sehen bekam war absolut kein Grund zur Freude:

Tieffliegende Störche über der IC Strecke, knapp über die Oberleitungen hinweg in Richtung Spänebunker Blecher, Wabern II, um dort das Paar von Wabern III zu vertreiben.

Bei solchen Kämpfen kam 2019 Waberns Brutstorch Paul ums Leben, ganz aktuell wurde Georges verletzt, vertrieben und starb elendig an den Folgen, im Sommer die unberingte Störchin Feline durch Stromtod, – wie viele noch ?

Die Horste liegen auf beiden Seiten der IC Strecke, es wird hier immer wieder zu sehr gefährlichen Situationen kommen. Nur einer der Horste ist ein Naturhorst.

Danke Kerstin!

@ Alle: Bitte haltet die Augen offen und meldet uns Vorfälle dieser Art weiterhin. 160 98320086 oder 015228080421

Das unberingte Paar vom Horst Wabern III auf dem ehemaligen Horst von Georges, Wabern II

Abschied von unserem Ederstorch Georges

Die traurigen Geschehnisse um den Tod unseres langjährigen Ederstorches Georges – aus einer sehr persönlichen Perspektive geschildert

Seit dem Tod des Brutstorches Paul vom Spänebunker Blecher, Wabern brütete Georges (2019 und 2020) zusammen mit der ehemaligen Partnerin von Paul, mit Pauline (DEW 3X 353) auf deren Horst, Wabern II. Wir hatten uns sehr gefreut, denn Pauline ist ebenfalls eine Winterstörchin, Georges würde also im Winter nicht alleine bleiben müssen. Der Verlust seiner Partnerin, seiner „großen Liebe Julie“ sie war ihm anzumerken.

In den Wintermonaten wurde täglich nach Georges geschaut, er musste aufgrund seiner „Behinderung“ am linken Bein ggf. zugefüttert werden. Dabei konnte beobachtet werden, dass der Waberner Weißstorch Carlos, ebenfalls ein Überwinterer, dessen Partnerin aber abgezogen ist, schon vor einigen Wochen die Storchendame von Georges, Pauline erobert hatte und Georges immer wieder attackiert und über längere Strecken vertrieben wurde.

Carlos (Brutstorch 2020 Wabern IV) und Pauline nächtigten plötzlich gemeinsam auf dem Horst Wabern I, Ederauen, Georges saß alleine auf seinem seit 2019 eingenommenen Horst Spänebunker Blecher, Wabern II. Soviel zum Thema, Georges ist nicht alleine im Winter…, er hielt sich tagsüber aber immer in der Nähe von seiner „Partnerin Pauline“ und Carlos auf, ob in Harle, Ederauen oder am Reiherwald.

Am Montag den 23.11. haben wir Georges zum letzten mal in den Ederauen gesehen, er zeigte sich allerdings sehr unruhig, flog umher, kreiste mal hoch mal niedrig, so wie er das in den vergangenen beiden Jahren immer getan hatte, einen Tag vor seinem Abzug nach Südhessen, zu den Bruchwiesen Büttelborn.

So wurde er dann am Dienstag auch nicht mehr angetroffen. Eher sorglos haben wir das zur Kenntnis genommen. Lediglich der lange Zeitraum bis zu seiner Rückkehr 2021 war zu bedenken, doch dafür war ja ausreichend Zeit. 2019 war Georges kurz vor Silvester abgezogen und am 09. Februar 2020 sehr geschwächt nach Wabern zurückgekehrt. 4 Wochen länger würde er das wohl kaum schaffen, also haben wir Kontakte nach Südhessen, zu Simone und Bernd Petri NABU aufgenommen, in den nächsten 7 Tagen sollte er dort doch eingetroffen sein?! Diese Meldung wurde freudig erwartet.

Der 1. Advent 2020 bescherte der Storchenstation Wabern dann eine sehr beunruhigende Nachricht: Bastian Meise hatte am Tag zuvor in der Sandgrube Uttershausen einen toten Weißstorch gesichtet und meldete das an Manfred Gunia. Umgehend wurde der Fundort besichtigt, leider war durch viel Raureif kaum etwas erkennbar. War es wirklich ein Storch, oder doch vielleicht ein Schwan, nur ein weißer Körper war zu erkennen. An diesem Tag war die Sicht einfach zu schlecht, auch Manfred Gunia kontrollierte noch einmal vor Ort, eine Bestimmung war nicht möglich, durch den Raureif sah das gar eher nach einem Schwan aus.

Hoffnung: das ist doch nicht Georges, das kann nicht sein. Gesund, gut ernährt und ausdauernd fliegend. Warum sollte er mitten in einer Sandgrube abstürzen, die er seit 12 Jahren kennt? Nein, Georges ist auf dem Weg gen Büttelborn!

Was kam war eine unruhige Nacht –

Montag 30. November 2020:

Die Sichtung kam von Bastian Meise, NABU/HGON und eine Nachfrage war somit eigentlich überflüssig, aber doch notwendig. Die Antwort elektrisierend: definitiv und vor einer Woche lag er dort noch nicht.

Herzklopfen, Angst – eine schlaflose Nacht

Dienstag, 01. Dezember 2020:

Ein Drohnenflug musste her um den toten Storch zu identifizieren, das Gelände konnte nicht betreten werden, es bestand Lebensgefahr. Vor einiger Zeit war da doch ein unberingter fremder Storch in Wabern, vielleicht war der krank und hat sich dort aufgehalten in der Sandgrube?

Genehmigungen mussten eingeholt werden, Unterstützung von allen Seiten machten Mut. Die Ungewissheit nagte an den Nerven und immer wieder Hoffnung….

Die Anfrage in der Facebookgruppe: Wir sind Wabern war umgehend erfolgreich: Carlo Kurz bot seine Hilfe für einen Drohnenflug an, noch am selben Tag. Seine exzellenten Bilder, sie wurden am Abend ausgewertet.

24 waren es und die Hoffnung keinen Ring zu finden! Da ist auch keiner, wo ist das rechte Bein, wo das Gelenk, nur noch 8 Aufnahmen… Dann kam sie, die eine Aufnahme, die Nr. 17: das rechte Gelenk wurde sichtbar. Starke Vergrößerung, da ist ein ganz schmaler heller Streifen oberhalb des Gelenks, das ist ein Ring, dahinter alles dunkel, also nicht 100% ig.

Herzschmerzen

Georges muss geborgen werden, wer hat ihm da was angetan?

Ein Ortstermin musste stattfinden, die Ursache muss geklärt werden, er fällt doch nicht einfach so vom Himmel, schlimme Gedanken, was ihm wohl passiert ist, wäre nicht der erste Storch in Deutschland …..Die Aufnahmen der Drohne zeigten Spuren des Absturzes, was war denn nur passiert?

Herr Schippanie organisierte ein Treffen vor Ort mit dem Tagebauleiter Herrn Werner um zu klären ob Georges geborgen werden kann.

Noch eine schlaflose Nacht

Mittwoch, 02. Dezember 2020

Verständnis für die notwendige Bergung kam wiederum von Seiten der Firma Oppermann, dass Gespräch mit dem Tagebauleiter Herrn Werner anfangs schon deprimierend denn über Land war die Stelle unmöglich erreichbar, Lebensgefahr. Letztendlich aber positiv: einen Versuch ist es wert über das Wasser die Absturzstelle anzufahren, vielleicht kann man ihn erreichen.

Wiederum bekamen wir Hilfe von einem sehr lieben Freund mit großer Erfahrung im Kajak manövrieren.

Zeit? – Nein! Nicht noch eine Nacht

Flach im Wasser liegend gleitet das Kajak, behutsam und ruhig bis an die Spuren im Sand heran. Fotos aus unmittelbarer Nähe können gemacht werden. Alles wird dokumentiert, der tote Storch (ist es wirklich Georges?) kann tatsächlich noch geborgen werden.

Schaue ich jetzt nach oder doch lieber erst später …

Ein furchtsames und zögerliches Abtasten des rechten Beines. Da ist Metall, da ist dieser verdammte Aluring, France Paris P 9050.

Gewissheit: mein Georges, unser Franzose und Ederstorch, er lebt nicht mehr.

Doch die Todesursache kann jetzt hoffentlich geklärt werden!

Die Befürchtungen dass Fremdverschulden vorliegt, Georges wäre nicht der erste Storch der abgeschossen wurde, ja in unserem Deutschland gibt es das. Es musste ausgeschlossen werden. Deshalb am selben Tag noch Röntgen beim Tierarzt Dr. Schmidt, Wabern.

Nichts – eine Erleichterung, nicht auszudenken…

Tränen, Tränen, Tränen –

Doch woran ist er gestorben? Die Spuren im Sand zeigen zum großen Entsetzen, dass Georges sich mit den Flügeln fortbewegt hat, nicht sofort tot war.

Die Beine funktionierten nicht, typisch für ein Trauma, das vom Tierarzt diagnostiziert wurde, aber nicht tödlich.

Blaue Flecken an den Oberschenkeln,

da sind doch Wunden am Hals, woher stammen die?

Das sind Stichwunden!!!

Eine davon geht unter dem Schnabel durch beide Halsseiten hindurch, verletzt aber nur die Haut, die kann Georges nur im Flug zugefügt worden sein, diese Stelle ist sonst nicht erreichbar, liegt direkt unter dem Schnabel. Zwei andere Wunden am Hals haben nur die Haut verletzt, kleine 1-2cm lange Risse. Alle Verletzungen nicht tödlich.

Dann fällt alles wie Schuppen von den Augen – doch um Gottes Willen warum nicht früher?

Die erste Anfrage bei einer Anwohnerin mit Blick auf den Spänebunker Blecher ergibt die Antwort eines 10 jährigen Mädchens das traurig seiner Mutter sagte:

„Mama, der Storch ist auf den drauf geflogen und hat ihm weh getan“

Wir wollten ihn doch beschützen, wir haben es nicht geschafft.

Unser Ederstorch Georges hatte längst seinen alten Lebensraum Wabern verloren, nun wurde er noch vertrieben und hat dabei sein Leben lassen müssen.

Wie lange er leiden musste? viel zu lange

Starb er an Entkräftung oder an gebrochenem Herzen?

Fly free mein Georges, du hast es geschafft – you are allways in my heart

Klicken Sie auf die Slideshow, dann werden die Bilder scharf 


Liebe Waberner Storchenfreunde –

wir haben seit Sonntag gebangt um unseren ältesten Waberner Weißstorch Georges, heute haben wir die traurige Gewisheit, dass er tot ist. Wir sind sehr sehr traurig.

Viele Menschen haben uns geholfen die Bergung möglich zu machen, Ihnen möchten wir heute herzlich danken.

Bastian Meise: der uns den toten Storch gemeldet hat und uns so vor monatelanger, nein jahrelanger Ungewissheit verschont hat

Herr Schippanie, Firma Oppermann: für die uneingeschränkte Unterstützung

Der Firma Kimm für den genehmigten Drohnenflug

Carlo Kurz, Wabern: für seine umgehende Hilfe, für den kostenlosen Drohnenflug mit dem die Identifizierung möglich war

Der Bundeswehr Fritzlar, die uns umgehend die Starterlaubnis gab

Rudi Schuster für seine sofortige Hilfe bei der Bergung von Georges

Der Bericht zur genauen Totesursache und den Umständen die zu seinem Tod führten folgt