Nahrungsbedarf und Lebensraum

Wie hoch ist der Nahrungsbedarf der Störche

Störche brauchen viel Grünland, besonders feuchtes Grünland mit niedrigem, möglichst lückenhaftem Bewuchs.   Extensive m ökologische Landwirtschaft mit Beweidung von Grünflächen schaffen diesen Lebensraum.

70 % der Flächen werden in Wabern landwirtschaftlich genutzt, keine guten Voraussetzungen für viele Störche, um die ganze Saison satt zu werden.

Renaturierungsmaßnahmen an Flüssen und Bächen und der Schutz von vorhandenen  Feuchtwiesen ist wichtig, damit sich die Bestände der Störche in Deutschland weiter erholen und dauerhaft bestehen können.

Die Nahrungsmenge, die ein Altstorch benötigt, wird oft unterschätzt. Je nach körperlicher Belastung braucht er mindestens 400-600g bei wenig Belastung,  1kg während der anstrengenden Aufzuchsphase. Für die  Jungenaufzucht, wenn die Störche 3-4 Jungtiere zu versorgen haben, müssen täglich ca. 4-5kg Nahrung gesucht werden.

In Flachwasserbereichen, in Entwässerungsgräben, Sand- und Kiesgruben mit Sandbänken können sie mit ihren langen Beinen durch das seichte Wasser laufen und Nahrung jagen.

Je höher der Bewuchs umso unattraktiver für den Weißstorch

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Dort wo Felder bearbeitet werden, fällt Nahrung an. Das nutzen die Störche

Gerne folgen Weißstörche den Bauern bei der Feldbearbeitung und finden so frische Beute – einen gedeckten Tisch.

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in Wabern fast schon ständige Begleiter..

Aber auch andere Vogelarten wie der Rotmilan verlieren durch hohen Bewuchs Lebensraum. Monotone Maisfelder haben eine ebenso monotone Tierwelt zur Folge. Dort findet kein Großvogel mehr Nahrung, für bodenbrütende Arten wie Kiebitz, Rebhuhn – alle Wiesenbrüter ist der notwendige Lebensraum hier zerstört.

Beispielhaft ist das Naturschutzgebiet Bingenheimer Ried mit einer Größe von 85 Hektar zu nennen. Die meisten Störche Hessens leben im Hessischen Ried und der Wetterau.

http://www.nabu-bingenheim.de/fileadmin/Dokumente/Naturschutzgebiet_Bingenheimer_Ried.pdf

In Horstnähe sollte in Sichtweite viel Grünland mit niedrigem Bewuchs vorhanden sein, da gerade in den ersten 14 Tagen nach dem Schlüpfen Nahrung in unmittelbarer Nähe wichtig ist. Nur so können die Störche Ihren Nachwuchs ausreichend mit Nahrung versorgen und gleichzeitig  die Jungtiere vor Feinden schützen.

Hierzu eine Beobachtung vom 01. Juni 2013: Das Frühjahr war für viele Jungstörche tödlich, sie sind aufgrund der Kälte und Nässe erfroren und verhungert, weil auch die Altvögel durch den ständigen Regen nur wenig zur Nahrungssuche unterwegs waren.  Bei meiner täglichen Kontrolle aus angemessener Entfernung konnte ich in ca.300 m Entfernung und sehr großer Höhe einen Mäusebussard sehen. Dies entging auch dem Altstorch nicht, er verließ den Horst, flog auf den Bussard zu und attackierte diesen. Die Entfernung lag immer noch bei ca. 300m und grosser Höhe. Meine Einschätzung hierzu: die lauernde Gefahr wurde vom Storch erkannt, hier ist weniger der Mäusebussard als der schlechte Zustand der Jungtiere zu nennen. Er führt wohl zunehmend zu  “Nervosität” bei den Altstörchen.

Die Jungen werden in den ersten 14 Tagen mit Insekten und Würmern, vorwiegend Regenwürmern gefüttert. In Trockenzeiten kann es zu Nahrungsengpässen kommen. In solchen Zeiten sollten die Weißstörche nicht zusätzlich durch Freizeitaktivitäten gestört werden. Jedes zusätzliche Aufliegen, unterbrechen der Nahrungssuche verbraucht kostbare Energie, verschlimmert in solchen Situationen die Unterversorgung der Jungstörche zusätzlich und kann letztendlich ausschlaggebend sein für Erfolg oder Misserfolg bei der Aufzucht. Erfahrene Brutstörche verlieren zwar ein wenig ihrer Scheu dem Menschen gegenüber, trotzdem sollte man Störungen vor allem während der Jungenaufzucht vermeiden.