2016 Friedrichs Tod in der Ottostrasse – letzter Jungstorch Wabern III verhungert

Das Titelbild zeigt Feline und Friedrich auf den Feldern Zennernwiese

08. März

Friedrich vom Horst Wabern IV kehrt zurück, früher als im letzten Jahr. Es dauert nur 2 Tage, schon interessiert sich die Ederstörchin Julie für den Horst in der Ottostrasse und für das junge Männchen Friedrich. 2015 hatte Julie einen Totalverlust und die Kolonie in Wabern zieht natürlich Störche an, das ist genetisch verwurzelt.

Der Horst Wabern I musste saniert werden, er war marode und drohte einzustürzen.

 

15. März

Feline kommt zurück, doch ihr Horst ist belegt, sie hat das Nachsehen.

16. März

Bereits einen Tag nach dem Horstwechsel der Ederstörchin Julie greift Julies Partner (seit 2008) Georges  an und verletzt Friedrich im Brustbereich, das war knapp – Eifersucht könnte man meinen, irgendwie verständlich aber doch menschlich…

verletzterfriedrich

Feline ist mit Georges unterwegs, die beiden geben den Kampf verloren und suchen nach einem neuen Horst. Sie halten sich in Niedermöllrich, in den Ederauen und natürlich in Wabern auf.

Auf der Suche nach einem Horst führte sie Georges nach Niedermöllrich

Georges und Feline in den Ederauen
Georges und Feline in den Ederauen

Die Wahl fällt auf den Horst Wabern V, kath. Kirche innerorts von Wabern – mit Blick auf Felines alten Horst Wabern IV. Auch Georges verlässt 2016, nach 7 Jahren,  seinen so sicheren Lebensraum in den Ederauen Wabern.

Der Mai verläuft für die Brutpaare innerorts sehr unterschiedlich. Während in dem einen Horst 3 von 5 Jungstörchen heranwachsen, gibt es im Horst nebenan mal wieder einen Verlust nach dem anderen: Kronismus und Abwurf, offensichtlicher Nahrungsmangel stresst die Altstörche enorm.

11. Juni

Friedrich verunfallt tödlich in unmittelbarer Nähe seines Bruthorstes in der Ottostrasse an einem Weidezaun. Sein junges Storchenleben endet viel zu früh. 2013 brütete Friedrich erstmals zusammen mit Feline auf dem Horst Wabern IV. Er zeigte sich damals noch sehr unerfahren, was auf einen sehr jungen Storch schließen lässt.Bei der Nahrungssuche auf der nahe gelegenen Pferdeweide kommt Friedrich an diesem Tag ums Leben.

Elektrozäune sind eine große Gefahr für die Störche. Durch den Stromschlag gerät der Vogel in Panik und verheddert sich in dem Zaun, er stirbt an Herzversagen durch die ständig erhaltenen Stromschläge.

Weißstorch Friedrich bei der Nahrungssuch auf Waberner Feldern
Weißstorch Friedrich bei der Nahrungssuche auf Waberner Feldern

Der Nachwuchs muss von Julie alleine groß gezogen werden. Das klappt nur mit Zufütterung. Anfang Juli (04.07) stellt sich heraus, dass Flora, der jüngste Storch humpelt. Sie muss ausgehorstet werden.  Flora hat eine Mangelerscheinung sie wird in der Storchenstation Wabern aufgepäppelt. Im nächsten Jahr kann sie erfolgreich ausgewildert werden. Ein weiteres Küken hat Gefiederprobleme, schiebt aber die ausgefallenen Federn nach.

Eine Untersuchung der Federn ergab, dass es sich nicht um PBFD handelt.
Eine Untersuchung der Federn ergab, dass es sich nicht um PBFD handelt.

Flora nach dem Aushorsten in der Storchenstation Wabern
Flora nach dem Aushorsten in der Storchenstation Wabern

14. Juli

Letzter Jungstorch vom Horst Wabern III im Alter von Fast 6 Wochen Verhungert

Zum Sterben zu viel, zum Überleben zu wenig. Der Regen in der Nacht vom 12. zum 13. Juli hat Antons Kampf ein Ende gesetzt. Schlecht ernährte Jungstörche unterkühlen bei Nässe schnell und überleben das nicht.

Insgesamt sind in diesem Jahr 50 % aller Jungstörche in Wabern gestorben. Uns waren die Hände gebunden, einem Storchenpaar nimmt man nicht den Nachwuchs, wenn keine Verletzungen oder andere zwingende Gründe dafür sprechen. Aber wir sehen uns in der Pflicht um das Sterben weiterer Jungstörche so weit wie möglich zu verhindern, denn wir wissen den Grund. 

Die Todesursache Verhungern wurde durch eine Untersuchung  (Laboruntersuchung: Bakterien und Pilze wurden ausgeschlossen) von TA Schmidt Wabern bestätigt.

Lernen wir daraus?

Wir werden uns dafür einsetzen:

Wo die Lebensräume fehlen, müssen wir  auf Natur verzichten wenn die künstliche Ansiedlung zum Tod vieler Tiere führt. Das sind wir den Wildtieren und auch Anton schuldig.

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