Claus, Doris und Mizo

Diese drei Jungstörche mussten 2015 aus dem Horst Wabern II, Spänebunker Blecher ausgehorstet werden. Die Ederstörchin Julie hatte sie schwer verletzt.

10. Juni 2015
Angriff auf die Jungstörche des Horstes Wabern II
Der Brutverlust unseres Storchenpaares Georges und Julie vom Horst Wabern I hat weitere Folgen: besorgt hatten wir bereits in der letzten Zeit die ständigen Besuche vor allem des Storchenweibchens in Wabern beobachtet. Nach dem Verlust war sie wie “traumatisiert” und hielt sich, anders als ihr Partner Georges, vorwiegend bei den besetzten Bruthorsten in Wabern auf. Erstmals kam es auch zu einem Besuch unseres Horstes in Niedermöllrich, da hier aber keine Jungstörche im Horst sitzen, war er für das Storchenpaar uninteressant. Was genau in den Tieren vorgeht, kann man nur vermuten. Bei der erfolgreichen Brutstörchin Julie aus den Ederauen hat es dazu geführt, dass sie die Jungstörche des Horstes Wabern II auf das schwerste attackierte, evtl. auch um einen erfolgreichen Horst zu erobern. Die Bindung an den Horst wird bei den Störchen über den Bruterfolg gesteuert. Totalausfälle können dazu führen, dass sie den Horst verlassen. Ich war an diesem Tag in Gilserberg und habe nach dem Anruf von Frau Riedinger sofort die Heimfahrt angetreten. Glücklicherweise konnten sich Ulrike Mose und Alexandra Riedinger vor Ort darum kümmern. Frau Mose schaffte es die Brutstörchin Julie abzulenken. Nach fast 30minütigen schwersten Schnabelhieben, lies sie von den Jungtieren ab, verweilte aber noch auf dem Horst. Die heimkehrenden Brutstörche vertrieben dann die Angreiferin. Jetzt war schnelle Hilfe nötig, denn die 4 Jungen waren alle verletzt, 3 von ihnen schwer. Ohne menschliche Hilfe konnten sie diese Verletzungen nicht überleben. Solche “Übersprunghandlungen” enden meist tödlich für die Jungstörche. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen Beteiligten aus Wabern und Fritzlar für die schnelle Hilfe und Zusammenarbeit bedanken! Es freut mich sehr, dass wir den Nachwuchs des Horstes Wabern II, Spänebunker gemeinsam retten konnten. So soll das sein in einer Storchengemeinde. Ein ganz besonderer Dank geht an die Feuerwehr in Fritzlar, den Horstbesitzer Gerald Blecher und natürlich an unseren zukünftigen Bürgermeister Claus Steinmetz, der als Gemeindebrandmeister sofort vor Ort war und grosse Hilfe leistete. Die drei Jungstörche haben die ersten kritischen Tage gut überstanden, müssen aber weiter Medikamente erhalten. Ihre Behandlung war so langwierig, dass sie in der Storchenstation Wabern verweilen müssen und von hier auch ausgewildert werden sollen. Bis sie es geschafft haben, vergehen noch viele Tage, die Auswilderung ist mindestens so anspruchsvoll wie die Aufzucht und Behandlung in Menschenhand. Die drei Jungstörche wurden beringt und nach ihren Helfern benannt: Claus, Doris und Mizo –

Claus war am schwersten verletzt, dass er die erst Nacht überlebt hat hatten wir kaum erwartet.  Alle drei mussten für eine Woche unter einem Moskitonetz gehalten werden um eine Infektion der offenen Wunden zu vermeiden.

diese drei müssen tierärztlich behandelt werden
diese drei müssen tierärztlich behandelt werden
in Sicherheit - Schutz vor Fliegen
in Sicherheit – Schutz vor Fliegen

Unsere Schützlinge erholten sich, konnten umziehen ins Aussengelände und wurden von Thomas Weiß beringt.

DEW 4T 213 Claus

DEW 4T 214 Doris

DEW 4T 215 Mizo

beringunga

Das Training in der Station begann, bald sind sie soweit, dass sie umziehen können in den Auswilderungshorst der Station.

Training Claus Doris und Mizo

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Und dann geschah etwas das niemand von uns je erwartet hätte, die Störchin die diese drei so schwer verletzt hatte, sie adoptierte sie zusammen mit ihrem Partner Georges.  Die beiden vertrieben Fremdstörche, holten unsere drei Pfleglingen jeden Tag in Niedermöllrich ab um ihnen das Storchenleben beizubringen.

Auch für das Paar vom Horst Wabern I ein Happy End in der Saison 2015, denn sie hatten ihren Nachwuchs bereits Anfang Mai verloren.

die Ammeneltern Georges und Julie
die Ammeneltern Georges und Julie überwachen den Horst der drei Jungstörche
storchenfamilieaufnahrungssuche
unterwegs in Niedermöllrich im Familienverband

Drei Schutzengel mögen euch begleiten für ein langes Storchenleben 

unserestoercheueberniedermoellrich
Abschied

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen