2020 – Ein verlustreiches Jahr

Am Ende ist auch Waberns ältester Brutstorch Georges tot.


Das Foto zeigt ihn, unseren Weißstorch Georges, der seit 2008 zusammen mit Julie in den Ederauen auf dem Horst Wabern I bis 2015 brütete.

Einen weiteren Verlust eines juv. Storches gab es zuletzt an der B 253, wo ein halb verhungerter Jungstorch bei Unshausen geborgen wurde.


Tabelle: Storchensaison 2020

Fremder Jungstorch stirbt in Wabern durch Stromleitung

Ein toter Storch wurde uns vormittags gemeldet, auf einer Pferdewiese Wabern in Richtung Zennern. Es handelte sich um einen unberingten Jungstorch.

Den Sonntag 26.07. haben wir damit verbracht die Waberner Horste zu kontrollieren. Auf dem Spänebunker Blecher, Wabern II zeigten sich recht schnell 2 Jungstörche, so dass wir diesen ausgeschlossen haben. In Niedermöllrich kam erst gegen 18 Uhr der zweite Jungstorch zurück, einer war bereits 1 Stunde im Horst.

Da es sich um einen unberingten Jungstorch handelte blieb nur noch Wabern III und Unshausen. Manfred Gunia kontrollierte die Horste in den Abendstunden und auch dort zeigten sich alle bereits flüggen Jungstörche gesund im Horst.

Es ist wohl menschlich, dass man wissen will um welchen Jungstorch es sich handelt, ob es ein Jungtier aus dem eigenen Horst ist. Doch den Tod dieses jungen Storchenlebens macht es nicht leichter.

Es gibt so viele Gefahren, die wir Menschen den Tieren in ihrem Lebensraum zumuten. Unsere Pflicht ist es eine künstliche Ansiedlung an solchen Stellen zu unterlassen, dies sollte eigentlich für jeden Storchenfreund eine Selbstverständlichkeit sein.

Doch was tun wir gegen die Gefahren im Freiland, der Jungstorch ist gegen die Oberleitungen geflogen, der Hals war gebrochen. Er lag direkt darunter. Diese Oberleitungen sind für die unerfahrenen Jungstörche eine sehr grosse Gefahr, überall auf dieser von Menschen geprägten Welt.

Der Strommast, an dem im vergangenen Jahr ein Altlstorch den Tod gefunden hat, er wurde gesichert, dafür hat die Obere Naturschutzbehörde Kassel gesorgt. Diese Leitungen wird niemand sichern.

Am nächsten Tag waren genau in diesem Bereich 30 Störche anzutreffen, sie haben einen ihrer Kameraden verloren.

Annika und Reinald sind frei

Unsere beiden letzten Jungstörche 2020 sind umgezogen in ihren Auswilderungshorst. Annika stammt aus Sülbeck, Reinald aus dem Fuldaer Raum. Danke lieber Rudi Schuster für den Umbau des Horstes!

Es war höchste Zeit, aber wir mussten warten, bis das Bein von Reinald wieder voll belastbar war. 5 Wochen hat es gedauert, jetzt ist alles vergessen. Die zwei sind ein Herz und eine Seele, zuvor hatte Annika jede Gesellschaft eines Artgenossen abgelehnt. Sie ist das Patenkind von Sabine Hanfland.

Zweimal täglich werden die ausgewilderten Jungstörche weiter mit Wasser und Futter versorgt, auch die 6 bisher ausgewilderten Jungstörchen holen sich dort noch Nahrung, jedoch nur noch nach Bedarf.

Bei der Auswilderung waren Kristian und Wigbert auf einem abgeernteten Feld zu sehen, sie beäugten von dort neugierig das Geschehen.

Sehr viel Freude macht es die Jungen bei ihrem Weg ins echte Storchenleben zu begleiten, das sind unvergessliche Erlebnisse.

Ganz herzlichen Dank an den NABU Vorsitzenden und Vogelschutzbeauftragen von Homberg/Efze, Herrn Rainer Hartmann, für seine tatkräftige Mitarbeit bei der Versorgung der Jungstörche. Das wäre alleine nicht zu schaffen gewesen, denn der Auswilderungsort ist ein ganzes Stück weg von unserer Station.

Mitten im Lebensraum – denn dort gehören sie hin unsere Ciconias. Wir kämpfen für sie und für ihr artgerechtes Leben!

Storchencheck im Landkreis

Aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis gibt es Neuigkeiten: ein weiterer Horst ist in Loshausen belegt. Störche brüten dort auf einem Dachreiter, der Schlupf steht bevor.

Aus Konnefeld wurde uns von Hannelore Walbröl der Schlupf der ersten Küken gemeldet.

In den meisten Horsten sind nicht alle Küken erkennbar, aufgrund der Höhe können sie nicht (noch) gesichtet werden. Auch sind auf den Bildern nicht alle Küken erkennbar, die gesichtet wurden. Das klappt nicht immer…

Immer wieder ein Highlight bei diesen Beobachtungen ist die Nahrungssuche unmittelbar im Lebensraum der Störche.

Aus zeitlichen Gründen konnten nicht alle Horste besucht werden, das wird bald nachgeholt.

Noch eine Besonderheit: Der Partner der an der Bahnlinie verunglückten Störchin konnte wieder in Wabern abgelesen werden. Das Foto entstand in den Ederauen, dort war das Paar auch des öfteren auf dem Horst Wabern I.

Nach neusten Wetterberichten fallen die Eisheiligen wohl nicht so schlimm aus wie anfangs gemeldet, wir hoffen das Beste!