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Weißstorchberingung – warum wird der Storch beringt?

Im Jahr 1902 wurde der erste Storch beringt, seit dem Jahr 2003 gibt es in Deutschland die ELSA Ringe, eine klare Verbesserung der Verträglichkeit und auch der Ablesung. Den Zug nach Afrika hat man früher zwar vermutet, es gab es keinen Beweis dafür. Erst durch den Pfeilstorch, der 1822 mit einem Pfeil im Hals steckend nach Deutschland, Mecklenburg zurück kehrte, war der Beweis für den Zug nach Afrika erbracht.

Wissenschaftliche Erkenntnis gibt es durch die Vogelberingung

Neben dem Zugverhalten und den Zugwegen, die heute ja bereits weitestgehend erforscht sind, gibt die Weißstorchberingung auch Aufschluss über das Ansiedlungsmuster der Jungtiere, über ihre Lebenserwartungen, die Ortstreue, die Veränderung des Zugverhaltens und über Todesursachen. 

Für jeden beringten Weißstorch führt die Vogelwarte eine Lebensgeschichte, einen Lebenslauf. Darin werden die gemeldeten Sichtungen erfasst und an den Beringer gemeldet.

Die Ringe der Störche können mit einem Spektiv gut abgelesen werden, deshalb ist die Wiederfundrate beim Weißstorch wesentlich höhner als bei Kleinvögeln. Wenn Sie einen Ring ablesen konnten teilen Sie uns dies gerne mit. Für den Fall, dass Sie nicht wissen wohin die Meldung gesendet werden soll, helfen wir gerne weiter. Auf den Seiten der Vogelwarten können Sie die Ringe auch eigenständig melden und erhalten von dort eine Rückmeldung wo und wann der Vogel beringt wurde. 

Wie wird eine Beringung der Störche durchgeführt?

In der Regel werden Weißstörche als Nestling und nicht als Fängling/Altvogel beringt. In einer Storchenstation können Altvögel vor der Auswilderung beringt werden.

Frühestens ab der 5. Lebenswoche bis maximal zur 7. Lebenswoche werden die Jungstörche in ihren Horsten beringt. Der Beringer, der mit einer Leiter oder einem Hubsteiger den Horst erreicht wird natürlich als Störung erkannt. Deshalb fallen die Störche in eine Art Starre, man nennt das Akinese. Die Jungstörche stellen sich tot, das kommt im Tierreich bei anderen Arten auch vor.

Werden Störche später beringt, besteht die Gefahr dass sie abspringen.  Eine frühere Beringung kann dazu führen, dass der ELSA Ring über das Gelenk rutscht. 

 

Immer auf der Höhe: die Drehleiter der Feuerwehr Ziegenhain

Die meisten Storchenhorste sind leider in den seltensten Fällen sicher mit einer Leiter erreichbar. Wenn hier nicht die Feuerwehr hilft, wird es fast unmöglich Störche zu beringen. Die Kosten für einen Hubsteiger, müssen die Horstbesitzer/innen alleine tragen.

Beringung der Jungstörche im Horst Wabern Niedermöllrich Ein Hubsteiger ist notwendig um an den Horst zu kommen der als Dachreiter auf dem First des Hauses sitzt

 

Ob Störche im Horst beringt werden entscheidet neben dem ausgebildeten Beringer der Horstbesitzer bzw. der Besitzer des Grundes, auf dem der Horst steht. Die Vogelwarten haben nur ein bestimmtes Kontingent an ELSA Ringen, deshalb können nicht aller Störche beringt werden. Bedenken muss man auch, dass für die Erfassung der Ringmeldungen auch genug Personal vorhanden sein muss.

Welche Ringe gibt es bei der Weißstorchberingung?

Der Elsa Ring der Vogelwarte Helgoland

Wie oben bereits beschrieben, werden die Störche in Hessen mit ELSA Ringen beringt. Der ELSA Ring ist ein Kunststoffring, der aus zwei Teilen besteht, die bei der Beringung fest ineinander gedrückt werden und dann miteinander verbunden sind.  Auf dem Ring steht ein aus Zahlen und Ziffern zusammengesetzter Code, über ihn wird der Storch später identifiziert, es ist sein Personalausweis. Auch der Name der Vogelwartewarte ist angegeben, diese Angaben wiederholen sich auf dem Ring in senkrechter Anordnung. Darüber hinaus ist für die Finder der Ringe auch eine Mailadresse angegeben.

In geraden Jahren wird bei der Vogelschutzwarte DER und DEW rechts beringt, in ungeraden Jahren links. Die Vogelwarte Hiddensee verwendet zusätzlich zu schmalen Metallringen die über den Zehen angebracht sind, Farbringe. 

Die Vogelschutzwarten Deutschlands haben folgende Abkürzungen:

Farbring der Vogelwarte Hiddensee

DER  – Vogelschutzwarte Radolfzell

DEW – Vogelschutzwarte Helgoland 

DEH  – Vogelschutzwarte Hiddensee

 

Vogelwarten aus anderen EU Staaten:

BGS – Bulgarien 

BLB – Belgien

CYC – Zypern

GRA – Griechenland

HES   –  Vogelwarte Schweiz  

HGB – Ungarn 

IAB – Italien

NLA – Niederlande

PLG   –  Vogelwarte Polen

ROB – Rumänien

SVS   –  Vogelwarte Schweden

 

Weißstorch Frankreich mit Farbring markiert
Weißstorch in Frankreich mit Farbring markiert
Sie haben einen Storchenring abgelesen oder gefunden? 

Dann melden Sie dies bitte an eine der nachfolgenden Adressen, oder schicken Sie uns Ihre Sichtung. Wenn möglich mit Foto. 

Institut für Vogelforschung
„Vogelwarte Helgoland“
An der Vogelwarte 21
26386 Wilhelmshaven
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Beringungszentrale Hiddensee
Landesamt für Umwelt-, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern
An der Mühle 4
17493 Greifswald-Eldena

Hier kann man Daten im Online Portal eingeben, sehr zu empfehlen!


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Max-Planck-Institut für Ornithologie
Vogelwarte Radolfzell
Schlossallee 2
D-78315 Radolfzell-Möggingen

Beringter Storch mit einem Farbring?

Einige Länder und auch die Vogelschutzwarte Hiddensee benutzen zudem Farbringe, die beim Weißstorch am zweiten Bein oder auch oberhalb des ELSA Ringes angebracht werden. In Wabern sehr schön zu beobachten an den durchziehenden schwedischen Störchen. Aber auch die polnischen, schwedischen und französischen Störche werden mit Farbringen markiert stammt.

Für die Beringung der Störche müssen die Beringer explizit ausgebildet sein, für unseren Bereich ist das Thomas Weiß, NABU er hat dafür die Genehmigung. Diese Tätigkeit führt er ehrenamtlich aus, danke dafür!