Paul war sehr wahrscheinlich gegen einen Zug geflogen

Nachdem wir mit dem Chef der Firma Greiner, Wabern gesprochen haben, ist der Unfallverlauf recht klar. Die Firma Greiner liegt unmittelbar neben dem betroffenen Bahnmast in der Nachbarschaft zum Horst Wabern IV (ca. 50 m entfernt) sowie in ca. 200-250 m Entfernung zu Wabern V, der kath. Kirche.

Herr Greiner erzählte uns, dass die Störche unter einem Hallendach hindurch fliegen. Das heißt sie fliegen sehr niedrig über die Bahnlinie, wenn sie unter dem Dach hervor kommen. Hochziehen können sie dort wegen der Leitungen nicht. Der IC hält nicht immer in Wabern, d. h. er fährt mit hoher Geschwindigkeit durch den Bahnhof. Die Störche haben keine Chance.

Wir werden das weiter beobachten. Tiefflüge wurden uns vorher keine gemeldet.

Vermutlich ist Paul gegen einen Zug geflogen, das erklärt seine vielen Brüche, den Schnabelbruch, Genickbruch… überrollt wurde er nicht. Er lag zwischen den Weichen, wir haben den Fundort besichtigt und dort den Schnabelbruch gefunden. Anderslautende Berichte sind falsch!


Foto: Paul, Brutstorch in Wabern von 2010 bis 25.03.2019, immer mit ein und derselben Partnerin, mit seiner Pauline.

Paul kam als junger Storch im Alter von mindestens 2 eher 3 Jahren gemeinsam mit Pauline im Jahr 2010 nach Wabern. D.h. er ist ca. 12-14 Jahre alt geworden.

24 Jungstörche haben Paul und Pauline gemeinsam aufgezogen, von 2010-2011 auf dem Schornstein Horst Wabern III, Schreinerei Mose und seit 2012 auf dem Horst Wabern II, Spänebunker Blecher. Diese beiden Horste liegen auf einer Seite Richtung Zuckerfabrik, also am Ortsausgang von Wabern.

Ein wenig tröstlich ist es, dass er sofort tot gewesen sein muss. Aber diese Hiobsbotschaften die uns seit 2015 jedes Jahr erreichen, die Idylle der ersten Storchenjahre Waberns, sie sind vorbei. Künstliche Horste gehören in den Lebensraums und nicht in den Gefahrenbereich.

Paul und Pauline sowie Georges und Julie, sie waren für viele .Storchenfreunde das ideale Storchenpaar unter den Waberner Störchen. Beide Paare gibt es nun nicht mehr, das neue Paar vom Horst Wabern II sind Georges und Pauline.

Wir haben Julie im Jahr 2018 verloren, ebenfalls bei einem tödlichen Unfall ganz in der Nähe, innerorts. Mit einem Flügelbruch, entstanden vermutlich durch Anflug gegen eine Dach-/Hauskante und Absturz auf eine gepflasterte Fläche aus 10 m Höhe. Innere Blutungen haben zum Tod geführt.

“So ein bischen mehr Storch wollen wir aber doch haben”? Nein! Unsere Ortschaften sind für Kolonien nicht mehr geeignet, Störche gehören in den Lebensraum Natur und auch nur dort, wo ausreichend Feuchtgebiete vorhanden sind. Fragen Sie vor einer Ansiedlung bei der Oberen Naturschutzbehörde Ihres Kreises nach, dort kennt man die geeigneten Lebensräume in Ihrem Gebiet.

Eine Woche lang baute das Storchenpaar aus Unshausen auf einem Mast der Bahnlinie in unmittelbarer Nähe zu den zahlreichen innerorts in unmittelbarer Nähe der Bahnlinie gelegenen Horsten ein Nest. Ein No-Go! Schnelles Handeln war erforderlich.

So – nicht nur die Störche vom Bahnmast sind wieder umgezogen, sondern auch gleich das ganze Nest. Dank dem zeitnahen und engagierten Einsatz des Teams der Deutschen Bahn (DB-Netz) wurde das bestehende Nistmaterial vom Mast entfernt, und bereits am Abend zogen es die ‘Unshäuser’ wohl vor, sich doch wieder auf ihrem angestammten Horst einzurichten. Daher wurde auch zur Verschönerung des Heims heute das ganze verbaute Material inklusive etwas Kuschelheu auf die Wiese ganz in der Nähe des Horstes verbracht. Da dürfen sich die beiden gerne bedienen… (Natürlich sind der Eigentümer der Wiese sowie der Bewirtschafter informiert) Bereits gestern Abend gegen 19:20 Uhr saß ein Storch im Horst.

Bericht der HNA: Waberner Storch ist tot