KIRA ist zurück – was für ein Empfang…

Ihren Horst aus dem vergangenen Jahr findet sie besetzt, Pauline hat sich bereits im Herbst zu Carlos gesellt und denkt nicht daran den Platz wieder zu räumen.

Sie ist schon ein paar Tage zurück, hat die ersten Verletzungen überlebt, doch sie wird nicht aufgeben. Die Kämpfe finden mal wieder in der Ottostrasse in Wabern statt, mitten im Siedlungsbereich und nahe der IC Strecke. Weitere Gefahren die bei den Kämpfen zu Verlusten führen können.

Vieles könnte in Waberns Storchenwelt anders sein…

Uns bleibt nur Kira ganz viel Glück zu wünschen und natürlich auch unserer Pauline, der einzigen Störchin und langjährigen Partnerin von Paul, die aus den vergangenen Jahren der Ansiedlung in Wabern noch am Leben ist.

Kira am 20.02. ruhend in ihrem ehemaligen Horst in den Ederauen Wabern
Das Brustgefieder von Kira ist blutverschmiert

-21 Grad, geschlossene Schneedecke

HUNGER TUT WEH !

Heinz vom Horst Unshausen wäre eigentlich schon zurück. Das Wetter ist jedoch wenig einladend und er tut gut daran sich Zeit zu lassen, denn Nahrung gibt es derzeit für Störche keine. Frost und eine geschlossene Schneedecke verhindern die Nahrungssuche.

Weißstorch Paul im Winter
* unbekannt, vmtl. zwischen 2005-2007,
† 26.03.2019 IC Strecke innerorts

Aus Obervorschütz wurde uns von Frau Kleppe die Rückkehr des ersten Storches gemeldet, er ist nach zwei Tagen allerdings wieder abgezogen. Das Storchenpaar vom Radweg Loshausen hat es wohl ebenfalls vorgezogen die Zeit in südlicheren Gebieten zu verbringen, so meldete uns das ein Storchenfreund aus der Schwalm. Letztmalig konnten sie am 07.Februar übernachtend auf ihrem Horst in Loshausen gesehen werden.

Andere Vogelarten in der Storchenstation

Etliche Wildvögel geraten aufgrund der geschlossenen Schneedecke in Not, offenbar handelt es sich bei ihnen aber um unerfahrene Tiere, ein- bis zweijährige die den Winter noch gar nicht kennengelernt haben. Täglich erreichen uns derzeit Anrufe mit Fundtieren.

Ein in der Rinne bei Allmuthshausen eingefrorener Graureiher wurde rechtzeitig gefunden und von den Findern befreit.

Graureiher, noch in Quarantäne

Ein Kormoran landete innerorts vor einer Garage, stark abgemagert. Auch ihm können wir helfen diese Zeit zu überleben. Es handelt sich um einen im 2. oder 3. Kalenderjahr, noch unerfahrenen Kormoran. Altvögel sind wesentlich erfahrener. Die Sterblichkeit bei den jungen Kormoranen liegt bei über 40% (Quelle NABU Deutschland).

Diese Vogelart war bisher erst einmal bei uns in Pflege, leider musste der erste Pflegling aufgrund eines Trümmerbruchs eingeschläfert werden, ein Altvogel.

Unser neuer Gast ist ein sehr liebenswerter geduldiger Pflegling, der gierig das angebotene Futter dem Pfleger aus der Hand nimmt – den Mensch hat er wohl noch nicht kennengelernt….

 

Kurz nach der Ankunft. Sein bräunliches Gefieder lässt ihn als 1-2jährigen erkennen
Faszinierend und wunderschöne blaue Augen

Auf  25.000 Kormorane in Deutschland kommen 1 Millionen Angler, die diesem schönen Wildvogel oftmals den Fisch nicht gönnen, der ihm doch zusteht.

Wieder ist es soweit, wir warten auf Heimkehrer

Wir warten auf Heinz, seine Partnerin Heide (unberingt) vom Horst Unshausen und auf Kira (beringt), die seit 2018 zusammen mit Carlos brütet.

Unberingte Störche sind nicht einfach und nicht eindeutig zu identifizieren, sofern sie nicht vor Ort überwintern. So können wir bei diesen Störchen nie mit Sicherheit sagen, ob es sich eindeutig um die Störche aus dem Vorjahr handelt.

Das Paar von der kath. Kirche hat 2020 seinen Nachwuchs verloren, die Jungtiere wurden schwer verletzt von der Feuerwehr geborgen und konnten in unserer Storchenstation erfolgreich aufgezogen und ausgewildert werden. Für das Brutpaar der kath. Kirche ist es ein Totalverlust gewesen, eine sehr stressvolle Saison, die eigentlich die Aufgabe des Standortes zur Folge hätte…. wären da nicht die zahlreichen anderen, erfolgreich flügge gewordenen Jungtiere, die den Störchen suggerieren: hier ist der Lebensraum der uns ausreichend Nahrung bietet, hier müsst ihr bleiben.

Kiras Bruthorst ist durch die Störchin Pauline belegt. Durch die Überwinterung wurde Pauline auf den Horst Wabern IV geprägt. Wenn Kira zurückkehrt wird es mal wieder zu Kämpfen kommen. Als Wildvogelpfleger sieht man diese Gefahren, verhindern konnten wir sie leider nicht.

Kira 2020 in der Ottostrasse, im Brustbereich wurde sie verletzt – das war knapp
Kira, einen Tag später in den Ederauen Wabern

Allgemein haben die überwinternden Weißstörche den Vorteil sich ihren Horst sichern zu können, spät heimkehrende Weißstörche haben meist das Nachsehen. Heftige Storchenkämpfe entstehen ursächlich meist durch den Verlust des Horstes, durch die Belegung eines anderen Storches. Wir können nur hoffen, dass Pauline und Kira dies überleben.

Trotz allem und auch gerade wegen der vergangenen schwierigen Monate für uns alle, freuen wir uns auf die Heimkehr der Störche und eine hoffentlich unfallfreie Storchensaison 2021!

Wir werden so oft wie möglich berichten, schauen Sie gerne wieder bei uns herein.

Hilfe kam zu spät, Schwan erschossen

Auf der Suche nach einer Auffangstation muss es oft schnell gehen, ansonsten besteht die Gefahr, dass sie zu spät kommt. So geschehen am vergangenen Samstag, den 23.1.2021. Bevor wir einen verletzten Schwan bergen konnten, hatte ihn der Jagdpächter erschossen. Keine fünf Minuten eher und wir hätten ihn lebend angetroffen, die Verletzung untersuchen und eine tierärztliche Behandlung einleiten können.

Die Finderin musste lange herum telefonieren und hatte leider Kontakt zu einer Person aus dem Kreis, die mit Wildvogel- oder Storchenpflege rein gar nichts zu tun hat und keine Genehmigung dafür besitzt, sich aber im Netz dafür zu erkennen gibt und Empfehlungen zu anderen Auffangstationen veröffentlicht. Diese sind zum Teil gar nicht mehr tätig (eine davon war z.B. in Fritzlar) oder in anderen Bundesländern angesiedelt. Wertvolle Zeit geht hier verloren, Hilfe sieht anders aus!

Auch wenn Sie uns nicht sofort erreichen, wir rufen umgehend zurück, bleiben Sie vor Ort.

Bei Gefahr für den öffentlichen Straßenverkehr (z. B. wenn das Tier am Straßenrand sitzt) rufen Sie umgehend die Polizei und sichern Sie den Unfallort.