Rückblick auf die Saison 2021 – immer noch viele Störche in Wabern

Die bis Ende November in Wabern zu sehenden 12 Störche sind bis auf dem Kern der seit Jahren hier überwinternden Störche abgezogen. Nur noch das Paar von Wabern IV, Marie vom Horst Wabern III und das neue Storchenpaar Michael und Maya vom Horst Wabern I halten sich in den Ederauen auf. Paco ist leider Anfang Dezember abgezogen, ob er mit seiner schweren Beinverletzung die Überwinterung schafft, können wir nur hoffen. 

In Niedermöllrich hält sich weiter das Paar Merlin und Romy auf, in Obervorschütz überwintert ebenfalls das Horstpaar erstmals. 

 

2021 war für die Waberner Störche wohl das erfolgreichste Jahr seit langem, denn aufgrund der fast ständigen Feuchtigkeit hatten sie erstmals kaum Probleme ihren Nachwuchs gross zu ziehen. 2 neue Horste entstanden, gebrütet wurde jedoch nur in dem Horst unmittelbar am Bahnhof Wabern. Neu belegt wurde 2021 auch der älteste Waberner Storchenhorst in den Ederauen, Carlos (seit 2020 Wabern IV innerorts) wollte ihn zwar weiter verteidigen, hatte dabei aber das Nachsehen und wäre fast dabei umgekommen.

So erfolgreich wie das Jahr 2021 war, so verlustreich war es auch. Insgesamt verunglückten in Wabern 4 Altstörche, 3 davon tödlich (2 waren sofort tot, einer musste eingeschläfert werden), der dritte, Paco verlor sein linkes Bein.

Diese tödlichen Unfälle fanden alle in der Anfangszeit der Storchensaison statt, in der Zeit wo die Störche nach Nistgelegenheiten suchen und dies leider vorwiegend am Waberner Bahnhof und in unmittelbarer Umgebung. Die vielen Horste in Bahnhofsnähe locken die Fremdstörche in einen sehr gefährlichen Bereich.

Noch immer verweilen insgesamt 11 Weißstörche in Wabern, soviel wie nie. Die Ernte der Zuckerrüben und die Bearbeitung der Felder ernähren sie derzeit noch. Sie werden bei Kälteeinbruch zum grössten Teil sicher abziehen in Richtung Büttelborn.

Von Herr Usinger aus Büttelborn wurde uns gestern eine erfreuliche Rückmeldung gegeben: Ein Pflegling der in 2019 hier als abgemagerter Altstorch aus Stockheim gebracht wurde, hält sich derzeit in Büttelborn auf.
Weitere 3 beringte Waberner Störche halten sich bei einer Mülldeponie in Spanien auf, Störche aus 2015, 2018 und 2020, von den Horsten Wabern IV und Niedermöllrich.

Ostern 2021

Storcheneier gab es bei uns nicht zu Ostern und trotzdem wünschen wir allen Storchenfreunden ein frohes Osterfest!

2 neue Storchenpaare haben sich in unserem Bereich des Schwalm-Eder-Kreis angesiedelt.

Waberns ältester Storchenhorst, 2002 erstmals belegt, hat ein neues Storchenpaar! Die beiden sind seit einer Woche anwesend und konnten sich gegen die Angriffe des ehemaligen Brutstorches Carlos erfolgreich durchsetzen. Im vergangenen Jahr hatte er den Horst und natürlich den Lebensraum noch gegen jeden Interessenten verteidigen können.

Eine weitere Belegung in unserem Raum wurde uns von Sabine Hanfland und Hans-Jürgen Kaufhold, sowie Petra Lohrberg (mit einem Storch) gemeldet. Mittlerweile ist der Horst mit 2 Störchen belegt, gute Aussichten also, dass es dort zu einer Brut kommt.

Insgesamt wird bereits auf folgenden Horsten gebrütet:

  • 4 Horste innerorts von Wabern
  • 1 Horst Unshausen
  • 1 Horst Niedermöllrich
  • 1 Horst Obervorschütz
  • 1 Horst Malsfeld
  • 1 Horst Fritzlar
  • 1 Horst Borken
  • 1 Horst Konnefeld

Die Pflegesaison bringt uns wie schon berichtet tote und schwer verletzte Störche. Am Gründonnerstag wurde ein durch Stromschlag am Bahnhof Wabern getöteter Weißstorch geborgen.

Auf die Gefahren einer künstlichen Ansiedlung im Gefahrenbereich Bahnhof und im Bereich Straßenverkehr kann nicht oft genug hingewiesen werden! Kunsthorste gehören in den Lebensraum des Weißstorches, dafür setzen wir uns ein.

Die 4 belegten Horste innerorts von Wabern, obendrein in Bahnhofsnähe, locken natürlich die Durchzieher an.

Es gibt hier in Wabern jedes Jahr tote Störche, unter den Brutstörchen und bei den Durchzüglern.

Wer erinnert sich an Mizo, DEW 4T215?

Die drei Jungstörche vom Horst Spänebunker wurden 2015 geborgen, der Angriff von Julie hatte die drei schwer verletzt, ein Jungstorch konnte im Horst verbleiben.

Mizo wurde von der Feuerwehr Fritzlar geborgen und nach seinem Retter benannt. 2020 konnte er nun in Berka/Werra abgelesen werden. Von einer Brut ist bisher nichts bekannt. Ebenfalls geborgen wurde Doris, sie brütet seit 2 Jahren in Alsfeld und hat sich als Dorian herausgestellt… 🙂 Von Claus haben wir noch keine weitere Meldung, er hatte im Jahr 2017 in Niedermöllrich Rast gemacht, auf der Scheune in der er aufgewachsen ist.

Eine weitere Rückmeldung gibt es von unserem Jungstorch aus dem Horst von Romy und Merlin, 2018 waren 2 Jungstörche geschlüpft, obwohl das Gelege von der Störchin Romy aufgrund einer schweren Beinverletzung oft über 2-3 Stunden nicht bebrütet werden konnte. Niemand hatte mit einem Schlupf der Jungstörche gerechnet.

DEW 5T 483 “treibt sich ganz schön herum” Die Karte zeigt den ungefähren Weg vom Oktober 2020 in Spanien bis Ende Februar 2021 in den Niederlanden, Paterswalde, dort sowie in Oss und Südspanien wurde der Ring abgelesen. Mehr als 2000 km ist er gezogen.

 

Danke an Thomas Weiß, NABU, für die Information!

Die Horste werden nach und nach belegt, doch wo ist Kira?

Egal auf welchem Horst sie versucht hat sich auszuruhen, sie wurde von ihrem eigenen Partner Carlos (Partner bis 2020), mit dem sie seit 2018 zusammen in den Ederauen gebrütet hat, vertrieben.

Auf dem Horst Wabern II verweilt seit gestern ein Paar, wir gehen davon aus, dass es sich um das Unshäuser Paar handelt. Der Ring konnte allerdings noch nicht abgelesen werden. Die beiden täten gut daran, sich auf ihren Bruthorst im Alten Pfuhl zu besinnen, denn dort sitzt bereits ein neuer Interessent, der ggf. diesen guten Lebensraum dann auch verteidigen wird.

Auf unserer Seite zur Ansiedlung der Störche wird das Verhalten näher erklärt.