Der männl. Storch ist beringt DER AU ...

Unshausen

Dieser Kunsthorst wurde Ende der 90ziger Jahre errichtet und ist das letzte Dreibein im Schwalm-Eder-Kreis, ein attraktiver Horst mit 18m Höhe.

Unshausen – Utterhausen – Lendorf’ mit seiner weiten, noch gut strukturierten Landschaft stellt einen geeigneten Lebensraum für ein Weissstorchpaar dar: gerade durch seine Distanz zu der innerörtlichen Präsenz an Nistmöglichkeiten könnte hier ein weiterer Bereich der Waberner Senke als Gebiet zum Nahrungserwerb sowie zur Aufzucht des Nachwuchses genutzt werden. Zudem könnten ggf. dann auch weitere Ortsteile der Gemeinde an der dauerhaften Anwesenheit dieser herrlichen Vögel partizipieren.

 

Sanierung des Horstes Alter Pfuhl – Unshausen

“Der seit seiner Errichtung bisher noch nicht besetzte Storchenhorst ‘Alter Pfuhl Unshausen’ steht bei Wabern-Unshausen im flächenhaften Naturdenkmal ‘Alter Pfuhl’ in einem von angepflanzten vogelfreundlichen Feldgehölzen umgebenen Bereich. Da der bisherige Nistkorb im Laufe der Jahre fast vollständig verwittert war, wurde während eines Vor-Ort-Termins mit Hr. Lenz (Obere Naturschutzbehörde, RP Kassel) auf Grund der noch vorhandenen Standsicherheit des Unterbaues sowie der Lage des Standortes vereinbart, mit einem neuen Nistkorb die Chance auf Ansiedlung des Weissstorchs an dieser Horstanlage zu nutzen. Der Nistkorb wurde von der Korbflechterei Hephata (Treysa) hergestellt.

Er konnte jedoch im vergangenen Jahr noch nicht angebracht werden, da die Bodenbeschaffenheit (Schwemmland) ein Befahren mit Kranfahrzeugen nicht zu liess. Auch in diesem Winter konnte trotz Dauerfrost wegen beständigen hohen Schneelagen ein Kraneinsatz nicht erwogen werden. Da die Zeit der Rückkehr der Störche in diesem Frühjahr immer näher kam, wurde nach einer anderen Möglichkeit gesucht, den Nistkorb anzubringen. So wurde der Baumpflegebetrieb ‘Der BaumLäufer’ (Oberbeisheim) beauftragt. Dieser hatte auch schon Erfahrung mit Naturschutz fachlichen Arbeiten in Zusammenarbeit mit der UNB sowie ONB: u.a. Anbringung von Schwarzstorchhorsten in geeigenten Baumbeständen, Anwendung der Seilklettertechnik in Steinbrüchen (Uhu-Ansiedlung), Kartierung und Pflege von Baumdenkmälern im SEK.

Nachdem nun Sebastian Möller (Der BaumLäufer) aufgrund eigener Überprüfung von der sicheren Durchführung der Maßnahme überzeugt war, konnte er mit geeigneter Kletterausrüstung den Horst bis zur Kreuzung der drei Baumstämme besteigen und sich dort auch redundant sichern. Über eine Seilrolle wurde der 1,30m-Nistkorb hoch gezogen, auf die Lattung in 18m Höhe gesetzt und dort mit Edelstahldraht befestigt. Noch während der Arbeiten in luftiger Höhe (und von uns unten gebliebenen beinahe unbemerkt) näherten sich drei Weissstörche der Nistanlage und umkreisten diese z.T. in weniger als 10m Abstand vom neuen Nistkorb. Obwohl die Besteigung eines Storchenhorstes für den BaumLäufer eine Premiere war, hätten er oder gar wir nicht im geringsten mit einer so schnellen Entdeckung durch zurückkehrende Störche gerechnet. Allerdings zogen die drei neugierigen Vögel auch genauso schnell wieder Richtung Borken ab, wie sie gekommen waren – offenbar war der anthropogene Störfaktor doch noch zu groß. Wir alle hoffen jedoch, dass diese vagabundierenden Störche sich noch in der Region Nordhessen aufhalten, und bei anhaltender Wetterbesserung wieder den Weg in die Unshäuser Schwalmaue finden.

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen