Hinweis

Kunsthorste ohne ausreichenden Lebensraum

In Wabern entstanden in den letzen Jahren weitere Kunsthorste. Die Dichte der Storchenhorste bereitet uns  grosse Sorge, denn 70 % der Flächen werden in unserer Gemeinde landwirtschaftlich genutzt. Daraus ergibt sich für den Weißstorch kein ausreichender Lebensraum.

Der Nahrungsmangel  hat zur Folge, dass zahlreiche oder gar alle Jungstörche verhungern und bei Trockenheit auch Altstörche in Not geraten, wenn sie in zu grosser Anzahl ansässig sind. Uns fehlen die Feuchgebiete, überschwemmte Wiesen sind Lebensraum für den Weißstorch.

Die Störche streifen im Frühjahr umher, suchen nach freien Horsten und siedeln sich sehr gerne in der Nähe der Artgenossen an. Einen Naturhorst zu bauen dauert ca. 3 Wochen. In dieser Zeit erkunden sie auch den Lebensraum und das Nahrungsangebot. Ist es nicht ausreichend, müssen sie Hunger leiden, ziehen rechtzeitig ab.

Künstlich geschaffene Horste verkürzen diesen Zeitraum.  Wenn die Brutzeit begonnen hat, bleibt der Weißstorch seinem Horst treu. Erst nach vielen verlustreichen Jahren wird er diesen Standort aufgeben.

Die Statistik der letzten Jahre zeigt es auf, wir sollten daraus lernen.

Bei anhaltender Trockenheit herrscht in Wabern innerhalb kürzester Zeit Nahrungsmangel für die vielen Brutstörche, denn der Bedarf ist enorm und der Lebensraum einfach nicht gross genug. Die zahlreichen Renaturierungen der Naturschutzbehörde haben für die altansässigen Störche den Lebensraum stark verbessert. Wenn sich der Anzahl der Brutpaare aber verdoppelt, hilft ihnen das nicht. Weiteres Land steht nicht zur Verfügung.

Nahrungsbedarf: Die Altstörche benötigen für sich mindestens 500g -1000g pro Tag.  Für jeden Jungstorch im Horst müssen sie bis zu 1,5 kg pro Tag erbeuten über einen sehr langen Zeitraum.  Die Nahrung besteht aus Würmern, Heuschrecken, Mäusen, Fröschen und anderem Kleingetier.

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen