Wabern II 2015

01. Januar 2015
Ganz geheuer war den beiden Brutstörchen vom Horst Blecher (Wabern II) ihr gestriger Ansitz wohl immer noch nicht: heute Abend ruhten sie wieder auf einem Strahler einer Sportplatzbeleuchtung im Nachbarort. Das gefällt uns auch wieder viel besser als der Drahtverhau, welcher unmittelbar bei dem Ansitz am Bahnhof anzutreffen ist.

Ende April 2015
In unseren beiden ältesten Horsten Wabern I Ederauen (26.04.) und Wabern II Spänebunker Blecher (25.04.) ist der erste Nachwuchs geschlüpft, das Paar vom Horst Spänebunker war in diesem Jahr mal wieder etwas schneller als unsere beiden Störche aus den Ederauen. Die Sorgen um die Wetterlage haben sich mit dem heute einsetzenden Regen verflüchtigt, ein gelungenes Wochenende für alle. Jetzt finden die Alttiere ausreichend Würmer für ihre kleinen Störche, die in den ersten Lebenstagen nur Würmer und Schnecken erhalten. Mäuse und anderes Kleingetier können sie erst später verschlingen, die Nahrung wird von den Eltern nicht zerkleinert. Bei anhaltender Trockenheit ist das für die Störche in unserer Region ein grosses Problem, da aufgrund der intensiven Landwirtschaft in der Waberner Senke keine ausreichenden Feuchtwiesen vorhanden sind. In den kommenden Tagen werden weitere Jungstörche schlüpfen, in der Regel jeden 2. Tag, so wie auch die Eiablage erfolgte.

 
10. Juni 2015
Angriff auf die Jungstörche des Horstes Wabern II
Der Brutverlust unseres Storchenpaares Georges und Julie vom Horst Wabern I hat weitere Folgen: besorgt hatten wir bereits in der letzten Zeit die ständigen Besuche vor allem des Storchenweibchens in Wabern beobachtet. Nach dem Verlust war sie wie “traumatisiert” und hielt sich, anders als ihr Partner Georges, vorwiegend bei den besetzten Bruthorsten in Wabern auf. Erstmals kam es auch zu einem Besuch unseres Horstes in Niedermöllrich, da hier aber keine Jungstörche im Horst sitzen, war er für das Storchenpaar uninteressant. Was genau in den Tieren vorgeht, kann man nur vermuten. Bei der erfolgreichen Brutstörchin Julie aus den Ederauen hat es dazu geführt, dass sie die Jungstörche des Horstes Wabern II auf das schwerste attackierte, evtl. auch um einen erfolgreichen Horst zu erobern. Die Bindung an den Horst wird bei den Störchen über den Bruterfolg gesteuert. Totalausfälle können dazu führen, dass sie den Horst verlassen. Ich war an diesem Tag in Gilserberg und habe nach dem Anruf von Frau Riedinger sofort die Heimfahrt angetreten. Glücklicherweise konnten sich Ulrike Mose und Alexandra Riedinger vor Ort darum kümmern. Frau Mose schaffte es die Brutstörchin Julie abzulenken. Nach fast 30minütigen schwersten Schnabelhieben, lies sie von den Jungtieren ab, verweilte aber noch auf dem Horst. Die heimkehrenden Brutstörche vertrieben dann die Angreiferin. Jetzt war schnelle Hilfe nötig, denn die 4 Jungen waren alle verletzt, 3 von ihnen schwer. Ohne menschliche Hilfe konnten sie diese Verletzungen nicht überleben. Solche “Übersprunghandlungen” enden meist tödlich für die Jungstörche. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen Beteiligten aus Wabern und Fritzlar für die schnelle Hilfe und Zusammenarbeit bedanken! Es freut mich sehr, dass wir den Nachwuchs des Horstes Wabern II, Spänebunker gemeinsam retten konnten. So soll das sein in einer Storchengemeinde. Ein ganz besonderer Dank geht an die Feuerwehr in Fritzlar, den Horstbesitzer Gerald Blecher und natürlich an unseren zukünftigen Bürgermeister Claus Steinmetz, der als Gemeindebrandmeister sofort vor Ort war und grosse Hilfe leistete. Die drei Jungstörche haben die ersten kritischen Tage gut überstanden, müssen aber weiter Medikamente erhalten. Ihre Behandlung war so langwierig, dass sie in der Storchenstation Wabern verweilen müssen und von hier auch ausgewildert werden sollen. Bis sie es geschafft haben, vergehen noch viele Tage, die Auswilderung ist mindestens so anspruchsvoll wie die Aufzucht und Behandlung in Menschenhand. Die drei Jungstörche wurden beringt und nach ihren Helfern benannt: Claus, Doris und Mizo –

Vor der Bergunsaktion: wir konnten nur 2 verletzte Küken sehen, es war ungewiss ob die anderen beiden noch am Leben sind

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen