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Störche Hessen 2017

Wenngleich die Anzahl der belegten Storchenhorste in diesem Jahr in den meisten Landkreisen angestiegen ist,  ist das noch kein Anzeichen dafür, dass die Bestände stabil sind. Die Lebensräume müssen nicht nur erhalten sondern erweitert werden, denn neben der Monukultur und “toten Feldern” macht dem Storch immer mehr auch das Klima zu schaffen. Wetterextreme,  die nach Angaben der Klimaforscher zunehmend vorkommen werden, machen dem Weißstorch zusätzlich die Aufzucht der Jungtiere schwer.

Lang anhaltende Regenperioden führen dazu, dass Jungtiere stark unterkühlen und daran sterben. Im Alter von 3-5 Wochen können sie nicht mehr gehudert werden, ihr Gefieder ist aber noch nicht ausreichend entwickelt um sie bei solchem Wetter zu wärmen. Dies führte 2017 deutschlandweit zu grossen Verlusten.

Langanhaltende Trockenheit, wie wir sie in diesem Frühjahr hatten, zeigen schnell an, welche Gebiete für den Weißstorch im Grunde gar nicht geeignet sind oder mit zu vielen Horsten belegt sind. Die Alttiere geraten derart in Not, dass sie die Brut aufgeben. Meist verlässt das Männchen das Gebiet. Die Jungtiere verhungern.

In Hessen brüteten im Jahr 2017 – 591 Paare. Laut NABU Hessen wurden 1072 Jungtiere flügge. Das sind nicht einmal 2 Jungtiere pro Horst.

Wabern II Spänebunker Blecher
Waberns einziger Naturhorst, gebaut auf einem Spänebunker. Nach der Belegung des Kunsthorstes 2002 in den Ederauen, baute hier ein Paar im Jahr 2004 seinen Nistplatz. 4 Jungstörche wurden flügge.

Mehr zum Spänebunker Blecher, Wabern Naturhorst

Während in Südhessen die Zahl der Horst im Jahr 2017 deutlich angestiegen ist (mehr als 80 neu belegte Horste) steigt die Zahl in Nordhessen kaum. Es gilt hier geeignete Gebiete für den Weißstorch zu erschließen, den Lebensraum zu verbessern und erst dann geeignete Nisthilfen anzubieten.  In Südhessen verzichtet man mittlerweile auf künstliche Nisthilfen, der Storch baut bei Bedarf auch Naturhorste z.B. in Bäumen.

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