Giflitz 2016

  1. Februar 2016
    Giflitz

Ein fremder Weißstorch wurde am Montag gesichtet. Das Horstpaar ist noch nicht zurück. Im vergangenen Jahr kam das Männchen am 16. Februar.

Erste Storchensichtung 2016 in Giflitz am 22. Febr. 2016, Foto: Hermann Sonderhüsken

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  1. März 2016

Storchenweibchen und Partner sind in Giflitz eingetroffen

Heute sind wieder 2 Weißstörche eingetroffen und somit hat in  Giflitz das Warten ein Ende! Ob es sich bei dem Männchen um den Partner aus den letzten Jahren handelt, kann nicht klar gesagt werden. Die beiden Störche trafen zusammen ein. Der männliche Storch aus dem Vorjahr ist seit dem 16. Febr. überfällig.

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17. März 2016

Storchendrama in Edertal

Einen blutigen Rivalenkampf gab es bei den Edertaler Weißstörchen. Zur Vorgeschichte:

Seit dem Jahr 2008 brüten nach über hundert Jahren wieder Störche im Edertal, und zwar auf einem ehemaligen Strommasten an der Mündung der Wese in die Eder bei Giflitz (LÜBCKE u. SONDERHÜSKEN 2013, SONDERHÜSKEN 2015). Mit großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich an diesem Ort stets um dasselbe unberingte Männchen, das den Horstplatz erstmals besetzt hatte und in den Jahren 2008 bis 2015 mit drei verschiedenen Weibchen erfolgreich Junge aufzog. Bei dem Weibchen, mit dem sich das Männchen ab dem Jahr 2010 verpaarte, handelt es sich um einen beringten Vogel. Die Markierung erfolgte am 6. Juni 2008 im Baseler Zoo in der Schweiz mit der Nummer HES SE 142. Während in den Vorjahren das Männchen stets früher aus dem Winterquartier zurückkehrte als das Weibchen, traf das Horstpaar in diesem Jahr am 1. März gemeinsam ein.

Am Nachmittag des 17. März beobachteten mehrere Besucher am Storchenhorst hoch über diesem einen dramatischen Luftkampf zwischen dem Edertaler Storchenmännchen und einem neu aufgetauchten Nebenbuhler. Abwehr-Aktionen von Fremdstörchen – allerdings ohne Kampf – hatte es in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. Stets konnten das Storchenpaar Eindringlinge gemeinsam abwehren. Aber dieses Mal war es anders. Der Fremdstorch verletzte den langjährigen Horstinhaber und vertrieb ihn.

Stephan Ulrich aus Gellershausen gelangen von diesem Ereignis Fotos. Auf einem ist das blutverschmierte Gefieder des unterlegenen Storches deutlich zu erkennen. Ulrich schildert das Geschehen so:

„Auf dem Horst balzte ein Storch intensiv, offenbar handelte es sich um den überlegenen Nebenbuhler. Währenddessen verharrten das Weibchen und sein bisheriges Männchen in der Nähe auf dem Boden. Das Männchen hatte blutverschmiertes Gefieder und ließ seinen linken Flügel hängen. Schließlich verjagte der Sieger das bisherige Männchen und verfolgte es ederabwärts.“ (Waldeckische Landeszeitung vom 19.3.2016)

Von Passanten informiert, gelang es mir, mit dem Spektiv die Ringnummer des neuen Storchenmännchens auf dem Horst abzulesen. Es handelt sich um einen Ring der Vogelwarte Radolfzell: DER AL 925. Währenddessen hielt sich das Weibchen regungslos auf der Wiese zwischen dem Bahndamm und der Bergheimer Straße auf. Jedoch noch am selben Abend konnte Hermann Sonderhüsken ein Foto von zwei Störchen auf dem Horst machen, die beide beringt sind. Das Weibchen hatte sich also bereits zu dem neuen Männchen gesellt. Am Vormittag des Folgetages konnte ich bereits eine Paarung beobachten.

Am 19. März fotografierte Bastian Meise das vertriebene Storchenmännchen an der Eder zwischen Anraff und Wellen, etwa drei Kilometer vom Horst entfernt. Es hatte Verletzungen am Kopf und ließ den linken Flügel hängen, war aber noch flugfähig. Somit konnte der Vogel nicht eingefangen werden, um die Verletzungen zu versorgen.

Hermann Sonderhüsken erfuhr am 21. März von Passanten, dass sich der Vogel zwischen Giflitz und Mehlen aufgehalten habe und konnte selbst ihn am 22. März auf einer Wiese bei Anraff fotografieren. Er ließ den linken Flügel hängen, zog ihn aber immer wieder hoch.

Andrea Krüger-Wiegand, die in der Storchenstation Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) verletzte Vögel pflegt, hält eine Sehnenverletzung für wahrscheinlich.

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schwer verletzter Storch nach Kampf um den Horst

In seiner Weißstorch-Monografie schreibt CREUTZ (1985): „Selbst wenn kein Mangel an Brutmöglichkeiten besteht, versuchen oftmals herumstreifende Einzelstörche oder horstlose Paare, sich einen besetzten Horst zu erkämpfen. Es sind vorwiegend mehrjährige, aber noch nicht voll brutfähige Störche und wohl vor allem Männchen (…).“ Dass bei Storchenkämpfen Blut fließt, ist keineswegs selten, manchmal kommt auch zu Todesfällen.

Klaus Hillerich von der Arbeitsgruppe Weißstorchberingung in Hessen, der auch den alljährlichen Brutbestand zusammenstellt, meint dazu auf dem Hintergrund von inzwischen 420 Brutpaaren in Hessen: „Der Populationsdruck wird zunehmen. Es geht nicht nur um Nester, sondern auch und wohl in erster Linie um den Lebensraum mit ausreichend Nahrung.“ (briefliche Mitteilung).

Text Wolfgang Lübcke

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  1. Mai 2016 Giflitz

Nahrungssuche des Männchens vom Giflitzer Horst

Vielen Dank an Hermann Sonderhüsken für die Bilder

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Nahrungssuche im Edertal, Fotos von Hermann Sonderhuesken

 

                                                               Es wird gebrütet

  1. Juli 2016

Fütterung in Giflitz (Foto Hermann Sonderhüsken)

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es wird fleissig geübt
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flügge, Nahrungssuche im Familienverband

August 2016

Die Jungstörche erkunden derzeit den Lebensraum. Sie sind noch recht unerfahren.

Auch von uns die Bitte: Hunde anleinen

Denn wenn sie hinter den Störchen herlaufen kann das schnell zu tödlichen Unfällen führen z.B. mit Stromleitungen. Die Tiere fliegen unkontrolliert auf. So geschehen auch hier, scheinbar mit Absicht,  Auch fotografieren sollte man immer mit gebührendem Abstand und dabei stets auf das Verhalten der Vögel achten und entsprechend rücksichtsvoll Abstand halten.

hundeanleinen

Die Jungstörche verlassen am 07. August gemeinsam Giflitz um sich auf den langen Weg in den Süden zu begeben. Beide Altstörche halten sich noch bis Ende August im Edertal auf.

Am 05. September stattet der männl. Storch der Storchenstation in Niedermöllrich einen Besuch ab. Dort verweilt er den ganzen Vormittag auf der Sirene und schaut in die Station zu seinen Artgenossen.

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Besuch in Niedermöllrich
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DER AL 925, im Juni 2013 als Nestling südlich von Karlsruhe beringt

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen