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Kortikosteron und Prolaktin

Hormone bestimmen das Leben der Störche

 

Waberns Storchendamen verdeutlichen uns jedes Jahr, wie sehr die Hormone ihr Leben bestimmen. Treue dem Partner gegenüber kennen sie nicht. Allerdings spielen auch Gewohnheiten eine große Rolle, so entsteht beim Storch die Horsttreue.  Besonders stark ausgeprägt ist sie bei den männlichen Tieren. In der Regel bestimmen sie auch die Wahl des Horstes auf dem die Brut begonnen wird. Gelegeverluste  können  aber durchaus zu einem Horstwechsel führen.

Steigt der Hormonspiegel Prolaktin so beginnen die Störche  in die Fortpflanzung zu investieren, sie suchen geeignete Partner, folgen ihren Trieben.

Kortikosteron – das Stresshormon

Auch das Hormon Kortikosteron ist wichtig im Zusammenspiel mit Prolaktin, es steigt um ein gewisses Maß bei höherer Aktivität der Vögel. Eine zu hohe Konzentration kann jedoch dazu führen, das der Überlebensinstinkt den Fortpflanzungstrieb unterdrückt.

Es ist zu vermuten, dass eine stark erhöhte Kortikosteron-Konzentration verantwortlich ist für den Kronismus und Abwurf von Jungstörchen.

Sehr interessant sind die Erkenntnisse über annähernd gleiche Prolaktin Konzentrationen bei Brutpaaren. Hohe Werte bestimmen eine große Anzahl an Eiern und eine besonders intensive Brutpflege.

Horstwechsel in Wabern

Die Ederstörchin Julie hat im Jahr 2008 erstmals den Horst gewechselt, vom Horst Wabern III zog sie auf den Ederhorst, Wabern I. Dort brütete sie ganze 8 Jahre! 2015 hatte das Paar dann einen Totalverlust. Im Jahr 2016 wechselte sie abermals den Horst, vom Horst Wabern I zum Horst Wabern IV.

Das führte auch zum Horstwechsel des langjährigen Partners Georges, der sich gegenüber seiner neuen Partnerin in der Wahl des Horstes nicht durchsetzen konnte. Dies war bei ihm auch 2017 der Fall, wiederum entschied hier das weibliche Tier die Wahl des Brutplatzes. Anmerken muss man hierzu, das der männl. Storch eine leichte Behinderung hat, die durch eine Verletzung im Jahr 2015 entstanden ist. Die Folge davon ist eine leichte Arthrose im rechten Intertersalgelenk.  Er zog trotzdem 2016 und 2017 jeweils 2 Jungstörche auf.

Verletzung Georges am Intertersalgelenk 03.06.2015

 

 

Das Max Planck Institut hat hierzu einen sehr interessanten Forschungsbericht veröffentlicht, der uns die Vielmännerei von Waberns Storchendamen näher bringt.

 

 

 

 

 

Quellenangabe: Originalveröffentlichung:
Jenny Q. Ouyang, Peter J. Sharp, Alistair Dawson, Michael Quetting, Michaela Hau, “Hormone Levels predict individual differences in reproductive success in a passerine bird”
Proceedings of the Royal Society B., Online veröffentlicht 19. Januar 2011, DOI: 10.1098/rspb 2010-2490 R

Schwalm-Eder-Kreis – Nordhessen