Ausweichhorst des Storchenpaares Wabern I in Niedermöllrich
Georges & Julie im Winter 2015 in Niedermöllrich. Von hier haben sie alles im Blick: Wabern, ihre Ederauen und Niedermöllrich
Sommer 2015 in Niedermöllrich
Die Jungstörche Claus, Doris und Mizo mit dem klappernden Storchenmännchen Georges
.... klappern in Niedermöllrich
Unsere stolze Storchendame Julie, auf der Sirene in Niedermöllrich - im Sommer 2015 - nach einem Happy End
Ausweichhorst der Storchenstation Wabern-Niedermöllrich
Claus, Doris und Mizo kurz nach der Umsetzung auf den Ausweichhorst
Waberns einziger Naturhorst, Wabern II Spänebunker Blecher
Das Horstpaar Paul & Pauline
Wabern III, Schreinereischornstein Mose
Wabern IV, Storchenhorst Riedinger
Wabern IV ist seit 2013 der dritte belegte Horst in der Gemeinde Wabern
Weißstörche Wabern - STORCHENSTATION Wabern-Niedermöllrich

Weißstörche in Wabern – Storchenstation Wabern

HERZLICH WILLKOMMEN  -  auf den Seiten der Weißstörche in Wabern und Umgebung.

Hier finden Sie alle Informationen, Aktuelles und Geschichtliches über unsere Weißstörche aus Wabern und Umgebung sowie Informationen aus der Storchenstation Wabern, die sich um verunfallte und in Not geratene Störche kümmert. Für Fragen und Hilfe stehen wir Ihnen zur Verfügung: Storchenstation Wabern: 0160 98320086 / Storchenhorstbetreuer oder Storchenbetreuer, HGON (Hess. Gesellschaft für Onrnithologie und Naturschutz) : 0152 280 80 421

Wabern ist heute die größte Storchengemeinde im Schwalm-Eder-Kreis! 

Rückblick – wo alles begann

Die Rückkehr des Weißstorches in Hessen ist ein großer Erfolg des Naturschutzes.  1986 gab es kein einziges Brutpaar mehr im Schwalm-Eder-Kreis. Der Weißstorch wurde in die Liste der streng geschützten Vogelart aufgenommen  (Wisia).

Wiederansiedlungsprojekte hatten in Hessen zwar wenig Erfolg, einer der erfolgreichsten Brutstörche in Wabern stammt allerdings aus einem Wiederansiedlungsprojekt aus Frankreich. 

Weißstörche sind ursprünglich Kolonienbrüter, die Kolonie hat ihnen früher gezeigt, dass dort ein guter Lebensraum ist wo andere Störche brüten.  Dieses Verhalten ist genetisch bedingt und hat über viele Hunderte von Jahren zum Bruterfolg geführt. Heute ist es leider trügerisch, denn die zum größten Teil landwirtschaftlich  genutzten Flächen bieten den Störchen kaum Nahrung, allenfalls für sich selber reicht es in den feuchten Monaten, also gerade während der Suche nach einem Horst.

In Wabern lebten in früheren Jahren nach Borggreve im Jahr 1871 ca. 30 Storchenpaare!

AUS GEBHARDT UND SUNKEL -Die Vögel Hessens:

“An eignen Beobachtungen habe ich schließlich noch hinzuzufügen, daß Ciconia alba in vielen (ca. 30 Pärchen) eine frühere Reiherkolonie in der Nähe der hessischen Eisenbahnstation Wabern bewohnt!”

Die Ansiedlung im Jahr 2002 wurde durch die damals noch bestehende Mülldeponie in Uttershausen begünstigt. Dort fanden die Störche einen gedeckten Tisch und entschlossen sich zu bleiben.

Die Deponie besteht heute nicht mehr.

Fehlen die Feuchtwiesen, die den Störchen auch in den Monaten der Aufzucht ausreichend Nahrung bieten, kommt es zu Nahrungsengpässen.

Georges u. Jule

Seit 2008 brütet “der Franzose” gemeinsam mit einem ebenfalls beringten Weißstorch DEW 3X357, der als Nestling am 14.06.2005 in Groß-Rohrheim (TK6216 DEED) Darmstadt (Reg. Bez.), Deutschland beringt wurde, auf dem ersten Waberner Storchenhorst, Wabern I Ederauen.

Auf Initiative  des Bürgermeisters von Wabern, wurde 1996 dieser Kunsthorst errichtet. Sichtungen von durchziehenden und rastenden Weißstörchen in Wabern waren die  Grundlage für eine erfolgreiche Ansiedlung. Zwei weitere Horste wurden errichtet: in Zennern und Unshausen. Angenommen wurde der Horst in den Ederauen, Wabern im Jahr 2002:

Die Geschichte der Störche in Wabern begann.

Horst Wabern I, Ederauen

Weißstörche bauten im Jahr 2004 einen Naturhorst  auf dem Spänebunker der Firma Blecher, Wabern. Die Gemeinde Wabern hatte somit ihren zweiten belegten Storchenhorst.

Im Jahr 2005 gab es bundesweit kaum Storchenbruten, auch Wabern war davon betroffen.  Nur vereinzelt waren Störche zu sehen.

2006 wurde dann erstmals der Schreinereischornstein von Weißstörchen belegt, der Horst Wabern II blieb leer.

 

Seit 2012 gibt es einen dritten belegten Horst in Wabern, den Horst Wabern IV, Privathorst der Familie Riedinger. Der Schreinereischornstein dient dem Horstpaar  Wabern II weiter als Ausweichhorst und Schlafhorst. 

Anzeichen für Nahrungsmangel zeigen sich in den Ergebnissen der flügge werdenden Jungen. Weißstörche lernen nur aus Verlusten, dass das Nahrungsangebot nicht ausreichend ist. Meist führen erst mehrere Totalverluste dazu, dass sie ihren Horststandort aufgeben, evtl. das Gebiet ganz verlassen.

Wir brauchen mehr Lebensraum, Feuchtgebiete, extensive Landwirtschaft und Beweidung der Grünflächen. Nur so können wir einen ausreichenden Lebensraum mit ausreichendem Nahrungsangebot für die Störche,  und ihren Nachwuchs gewährleisten. Gleichzeitig dient dieses  adäquate Lebensraumangebot für die Arterhaltung und sorgt somit für das Erreichen einer selbsttragenden Population.

Näheres zur Bestandsentwicklung in Wabern können Sie hier lesen.

Weiteres zur Geschichte des Weißstorches

Sein Fabelname ist Adebar, er wurde schon in der Bibel öfters erwähnt und ist für viele Menschen ein Glücksbringer oder auch Klapperstorch, der den Kinderwunsch erfüllt. In Thüringen ist er gar Osterhase,  in der arabischen Welt verkörpert er die Seele eines Verstorbenen, der den Gang nach Mekka nicht schaffte.  Im Alten China galt er als Sinnbild für die Langlebigkeit und  im Klassiker der Weltliteratur Tausendundeine Nacht “Kalifstorch”: Der Weißstorch,  lat. Ciconia ciconia.

Erstmals erwähnt wird der Weißstorch in Schriften des 16. Jahrhunderts, als Wandergeselle aus fernen Ländern. Wo der Storch den Winter verbrachte war bis 1822 für die Menschen ein Geheimnis. Sein Zug bis nach Äquatorialafrika wurde am 21. Mai 1822 durch die Tötung eines Weißstorches nachgewiesen. Ein Pfeil hatte seinen Hals durchstoßen, der Storch zog mit dieser Verletzung zurück zu seinem Horst im Gut Bothmer bei Klütz (Kreis NordwestMecklenburg).

Der Rostocker Pfeilstorch, Seite 9

1849 erschien in Kassel das Buch von  Georg Landau: „Die Geschichte der Jagd und der Falknerei in beiden Hessen“;

Landau schreibt auf Seite 310:

„Der weiße Storch (Ciconia alba) findet sich allenthalben, meist jedoch nur einzeln, am zahlreichsten in den Thälern der Weser, der Schwalm, der Ohm, der Kinzig, des Mains und des Rheins. Er erscheint im Anf. des April, baut sein Nest auf Häusern und Bäumen und zieht im Sept. wieder südwärts.“

1936 gab es  an der Schwalm fünf besetzte und ein unbesetztes Nest; an der Eder (ohne Schwalm) ein besetztes und ein unbesetztes Nest. Für das „Gebiet der Eder und Schwalm“ werden einige Storchenhorste  (jeweils mit dem Jahr, in dem sie zuletzt besetzt waren) genannt:

Landkreis Fritzlar-Homberg:

Borken 1949;   Werkel 1950.

Landkreis Ziegenhain:

Ascherode 1951;   Dittershausen 1951;   Loshausen 1949;   Niedergrenzebach 1951;   Röllshausen 1951;   Salmshausen 1949;   Schrecksbach 1949;   *Steina 1949;  Wasenberg 1947;  Zella 1951.

*Der Horst in Steina wurde von Soldaten der Besatzungsarmee zerstört, die Störche wurden in der Brutzeit erschossen, für die Dorfbewohner und Kinder von Steina ein schlimmes Erlebnis, so schilderte mir das ein Einwohner von Steina.  ”Wir Kinder kletterten seinerzeit zum Nest hinauf um die Störche zu streicheln,  nie wieder haben dort Störche versucht ein Nest zu bauen”.

Eine Erhebung aus 1966 für den Kreis Ziegenhain ergab folgende besetzte Horste: Allendorf an der Landsburg; Ascherode, Dittershausen, Loshausen, Niedergrenzebach, Röllshausen, Salmshausen, Schrecksbach, Zella (letzterer bis 1962).

Mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Brauneis  - Zitat:

“Die alten Jäger mochten die Weißstörche nicht so sehr. Der sehr bekannte Autor von jagdlichen Sachbüchern Ferdinand von Raesfeld (1914) schreibt in seinem Standartwerk: „Das deutsche Weidwerk“ über den Storch”: „Im Volksaberglauben spielt er eine große und nützliche Rolle; der Jagd ist er ein sehr schädlicher Vogel, der leider nur zu viel geschont wird.“

Dennoch schreibt mir Dr. Brauneis, dass es wohl nie viele Jäger gab, die Störche verfolgten, die meisten waren diesem sympathischen Vogel zugetan.

Der Zoologe A. Brehm erhob den Vorwurf der Storch sei: “Raubvogel in der vollsten Bedeutung des Wortes”(Gerhard Creutz, Der Weißstorch”) Dieser Vorwurf wurde durch Magenuntersuchungen an toten Störchen entkräftet: Junghasen zählen nur ausnahmsweise zu seinem Beutespektrum. Die Befunde erwiesen sich somit als bedeutungslos für die Niederjagd und auch für die Fischerei wurde nachgewiesen, dass der Fischfang eher eine Ausnahme ist. Eine positive Erkenntnis zum Schutz des Storches.

Die Avifauna von Hessen, HGON, gibt folgende Brutpopulation für die Störche in Hessen an:

 Jahr Horstpaare (HP)   Brutpaare     Juvenile

1948    161 HP            139                  345

1958      98 HP             67                  200

1968      23 HP             16                   42

1978        3 HP               3                   7

1986        2 HP               -                   0

 

1986 gab es somit erstmals keinen Nachwuchs mehr bei den Weißstörchen in Hessen!

 

1994        6 HP               3                   6

 

2014 haben wir in Wabern ein Rekordjahr!  10 Jungstörche aus drei belegten Horsten werden flügge und ziehen Ende August aus der Storchengemeinde Wabern in Richtung Süden. Wabern hat sich zur größten Storchengemeinde im Schwalm-Eder-Kreis entwickelt und zeigt Verantwortung. Weiterer Lebensraum wird geschaffen, eine Storchenstation steht für verunfallte Weißstörche zur Verfügung.

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STORCHENSTATION Schwalm-Eder